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Bis zu 219 km/h

Orkantief fordert drei Tote in Polen

Eine Frau stirbt während "Sabine" in Italien

Kranausleger stürzte auf den Frankfurter Dom
In Frankfurt wurde ein Baukran umgeworfen.

Das Orkantief "Sabine" hat auch am Dienstag Teile Europas in Atem gehalten. Während die stürmische Kaltfront nach Süden wanderte und Deutschland langsam verließ, meldete die Mittelmeerinsel Korsika Böen von bis zu 219 km/h. In Polen gibt es drei Todesopfer zu beklagen, in Italien stirbt eine Frau.

In Polen hat der Orkan drei Menschenleben gefordert. Nach einem Unglück im Skiressort Bukowina Tatrzanska mit zwei Toten erlag am Montagabend auch eine 21-jährige Frau ihren Verletzungen, wie das Krankenhaus in Nowy Targ laut Nachrichtenagentur PAP mitteilte. Bei starkem Wind waren Dachteile von einem Skiverleih gefallen.

Mutter und zwei Töchter sterben bei Sturm

Eine 52-jährige Frau und ihre 15-jährige Tochter wurden dabei getötet. Die 21-jährige Tochter der Frau sowie ein 16-Jähriger erlitten Kopfverletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu den Ursachen des Unglücks. In einem ersten Statement hieß es, der Skiverleih sei in einer provisorischen Konstruktion untergebracht gewesen, die aus einem mit rohen Brettern verschalten Lkw-Anhänger bestanden habe. Das Blechdach sei nur unzureichend an dem Hänger befestigt gewesen. Bukowina Tatrzanska im Süden Polens ist ein beliebtes Ziel für den Skisport und Ausgangspunkt für Wanderungen in der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten an der Grenze zur Slowakei.

Frau in Italien von Dach getroffen

Der schwere Wintersturm hat in Italien eine Frau getötet. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, wurde die 77-Jährige am Dienstag in Traona in der Lombardei von Teilen eines herumwirbelnden Dachs getroffen.

Massive Schäden durch "Sabine"

Im Süden Deutschlands ist das stürmische Wetter zunächst geblieben. Die Polizei meldete in der Nacht auf Dienstag noch eine Vielzahl umgestürzter Bäume. In der Region Freiburg und im Hochschwarzwald rückten Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen aus, viele Straßen waren am frühen Morgen noch gesperrt. Auch in Südbayern hielten auf Straßen liegende Bäume und Stromausfälle die Einsatzkräfte auf Trab. Richtung Norden wurde es ruhiger, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz waren noch vereinzelt Bäume durch den Sturm umgefallen, einzelne kleinere Straßen noch gesperrt.

Die deutschen Versicherer müssen für die Folgen des Orkans "Sabine" nach Expertenschätzungen mit mehr als einer halben Milliarde Euro geradestehen.

Starke Böen auf Korsika

Auf Korsika, wo der Sturm "Ciara" heißt, verursachte das Tief im äußersten Norden heftige Böen. 219 km/h liegt nur leicht unter dem Rekord vom Jänner 2018, als am Cap Corse 225 Stundenkilometer erreicht wurden, berichtete der Wetterdienst Meteo France am Dienstag.

Der Sturm löste auf der zu Frankreich gehörenden Ferieninsel erhebliche Verkehrsprobleme aus. Betroffen waren Fährverbindungen zum Festland und Flüge, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Zudem loderten Feuer an mehreren Orten, südlich der Hafenstadt Bastia brannte es auf einer Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern.

Autos krachen in Tschechien auf gegen Baum

In Tschechien waren die Auswirkungen von "Sabine" am Dienstag weiter zu spüren. Die Feuerwehren rückten landesweit erneut zu Hunderten Einsätzen aus. Mehr als 50.000 Haushalte waren am Vormittag nach Angaben der Energieversorger noch ohne Strom. Neue Windböen sorgten unterdessen für weitere Verkehrsbehinderungen. Auf mehreren Bahnstrecken wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt, weil Bäume auf die Gleise gestürzt waren, unter anderem zwischen Prag und Budweis (Ceske Budejovice). Auf der Autobahn D3 in Südböhmen prallten zwei Autos gegen einen quer auf die Fahrbahn gestürzten Baum. Dabei sei niemand verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur CTK.

Viele Südtiroler wegen Sturms ohne Strom

In Südtirol waren wegen großflächiger Energieausfälle weite Teile ohne Strom. Die Ursache dafür war zunächst nicht bekannt. Das Unternehmen Edyna, das mehr als 200.000 Haushalte versorgt, suchte nach dem Auslöser, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Nicht ausgeschlossen werden könne, dass das stürmische Wetter ein Rolle spielte. Bei Polizei und Behörden gingen Notrufe ein. Teils seien Ampeln ausgefallen.

In der norditalienischen Provinz leben rund 530.000 Menschen. Der Sturm "Ciara" alias "Sabine" hatte am Dienstag auch die italienischen Alpenregionen erreicht.

(Quelle: Apa/Dpa)

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