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Klare Ansage

Messe Salzburg stellt sich gegen Stadion-Projekt

Kribus: "Macht keinen Sinn und funktioniert nicht"

Nun äußert sich auch das Messezentrum Salzburg zum geplanten Stadion-Projekt. Bei einer Aufsichtsratssitzung sprechen sich die Verantwortlichen gegen die Mega-Idee des Investors aus.

Salzburg

Nachdem Unternehmer Max Aicher (87) das große Bauvorhaben am Messegelände präsentierte und auf Drängen der Politik die Mega-Idee von Experten geprüft wird, kam wieder Bewegung in die Causa.

Max Aicher, Austria Salzburg, Stadion Max Aicher
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Keine Messe-Unterstützung für Stadion-Projekt

Die Messezentrum Salzburg GmbH hatte am Donnerstag eine Sitzung und kam zu folgendem Entschluss: "Nach Prüfung der vorliegenden betrieblichen Notwendigkeiten kam der Aufsichtsrat einstimmig zur Entscheidung, dieses Vorhaben nicht zu unterstützten", heißt es in einer Pressemitteilung.

Aus Sicht des Geschäftsführers Alexander Kribus mache das Vorhaben "keinen Sinn. Zudem funktioniert es parallel zu unserem operativen Geschäft nicht", erklärt Kribus am Freitag im Gespräch mit SALZBURG24.

Max Aicher, Austria Salzburg, Stadion Max Aicher
So soll am Salzburger Messegelände das Stadion-Projekt inklusive Wohnungen aussehen.

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Interesse nur zum Teil vorhanden

Der Messezentrum-Boss führt weiter aus: "Das Grundstück befindet sich im Eigentum der GmbH, dessen Gesellschafter nur zum Teil Interesse an veränderter Nutzung hätten."

 

Wissenswert: Die Stadt ist neben Land Salzburg und Wirtschaftskammer einer der drei Eigentümer der Messe. Ein Verkauf – sprich die Übertragung des Eigentumsrechts – käme nur zu marktkonformen Preisen infrage und würde nur über die Bühne gehen können, wenn alle Beteiligten dafür stimmen würden.

Wie bereits berichtet, steht Bürgermeister und Messe-Aufsichtsratsvorsitzender, Harald Preuner (ÖVP), dem Vorhaben skeptisch gegenüber.

Austria Salzburg, Union Ultra 1999 Krugfoto/Archivbild
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Behördliche Auflagen nicht mehr erfüllt

Zum anderen gelten für den Veranstaltungsbetrieb Mindestvoraussetzungen an bereitzustellenden Parkflächen, welche durch den Neubau stark eingeschränkt würden und dadurch die behördlichen Auflagen nicht mehr erfüllt werden könnten.

Randnotiz: Aicher plant neben einem Mehrzweckstadion 482 Wohnungen und Tiefgaragen mit 1.200 Stellplätzen. Sollte bei einem Neubau ein Großteil für die Bewohner wegfallen, würde dem Messezentrum viele Parkplätze abhandenkommen. Derzeit befinden sich rund 3.200 Stellplätze auf dem Gelände, die sich auf dem ganzen Areal aufteilen.

Preuner steht hinter Messe-Pläne

Zusätzlich würde der Betrieb aufgrund der fehlenden Verkehrsfläche "sehr eingeschränkt werden und die Möglichkeiten für den Park & Ride-Betrieb für Busse und Privat-Pkw genommen", sagt Kribus.

Aufsichtsratsvorsitzender Preuner steht laut Aussendung auch weiterhin geschlossen hinter den Aktivitäten der Messe Salzburg.

Max Aicher, Austria Salzburg, Stadion Max Aicher
So soll am Salzburger Messegelände das Stadion-Projekt inklusive Wohnungen aussehen.

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Messezentrum mit 30 Millionen Euro Schulden

Und wie geht es der Messe finanziell? Das Unternehmen kämpft seit Jahren gegen einen Schuldenberg an. Rund 30 Millionen Euro sollen die Schulden betragen, erklärt Kribus auf S24-Anfrage. Investitionen, insbesondere die Errichtung der Salzburgarena vor knapp 20 Jahren sowie der Neubau einiger Hallen und der Schweizer-Franken-Kredit seien ausschlaggebend für das Minus.

Durch Einsparungsmaßnahmen und die Nutzung von Förderprogrammen konnte heuer ein Teil der weggefallenen Erträge kompensiert werden.

"Den Umständen entsprechend zufrieden"

Mit den Geschäften und den Anwendungen der Messe zeigt sich Stadtchef Preuner "den Umständen entsprechend zufrieden. Klar ist, dass der weitere wirtschaftliche Erfolg von der Entwicklung der Pandemie abhängt. Das Unternehmen hat aber auch schon in der Vergangenheit bewiesen, dass man sich rasch auf neue Rahmenbedingungen einstellen kann, so wird die Zukunft auch bestmöglich gemeistert werden.“

Experten-Prüfung steht an

Sollte die Prüfung der Raum- und Baubehörde, für die Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP) und ihr Team zuständig sind, negativ ausfallen, wird sich die Max-Aicher-Gruppe um Alternativen umsehen müssen.

Bei unserer großen Umfrage (siehe oben) stimmten von knapp 2.700 SALZBURG24-Usern 64 Prozent für die Umsetzung des Projekts.

(Quelle: SALZBURG24)

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