Jetzt Live
Startseite Sportmix
"Bleibt daheim"

Salzburger läuft Marathon ums eigene Haus

Extremsportler aus Obertrum appelliert an Gesellschaft

732 Runden um das eigene Haus! Norbert Lüftenegger will in Zeiten der Corona-Krise ein Zeichen setzen. Daher entschloss sich der Salzburger am Mittwoch einen Marathon im eigenen Garten zu laufen. Wir haben mit dem 42-jährigen Obertrumer (Flachgau) gesprochen.

Obertrum am See

Als Softwareentwickler in einer Bank ist Norbert Lüftenegger derzeit zum Daheimbleiben "gezwungen". Spontan entschloss sich der Ultratriathlet dazu, 42,2 Kilometer um das eigene Haus zu rennen. Mittels Maßband, Stift und Papier fing der Salzburger an, seinen Plan in die Tat umzusetzen (siehe Video oben).

SALZBURG24: Norbert, wie kommt man auf die Idee einen Marathon um das eigene Haus zu laufen?

NORBERT LÜFTENEGGER: Ich habe es eigentlich nicht am Schirm gehabt, aber ich will mit dieser Aktion ein Zeichen setzen. Mir ist aufgefallen, dass sich trotz Warnungen und Problemen viele Leute nicht an die Ausgangsbeschränkungen halten und in Gruppen herumspazieren. Mit dieser Aktion will ich den Leuten bewusst machen, um was es momentan geht.

Du hast also das Gefühl, dass einige Leute die Sache nicht so ernst nehmen?

Genau. Jeder Einzelne muss schauen, wie er in dieser Situation helfen oder etwas Positives beisteuern kann. Freilich hätte ich auch draußen bei uns im Laufparadies Obertrum rennen können. Aber ich will vermitteln, dass momentan daheim bleiben das Wichtigste ist. Auch in den eigenen vier Wänden kann man fit bleiben und Übungen machen.

Und wenn man diese Möglichkeiten nicht hat?

Wenn kein Hometrainer etc. vorhanden ist und man unbedingt den Bewegungsdrang hat, spricht grundsätzlich nichts dagegen, wenn man alleine in der Natur unterwegs ist. Wichtig ist halt nur, dass keine Gruppenansammlungen stattfinden. Wenn sich die Leute daran halten, kann die ganze Sache etwas glimpflicher verlaufen.

Ist es mental nicht extrem anstrengend, stundenlang im Kreis zu laufen?

Natürlich, aber für mich war es ein perfektes Mentaltraining. Auch wenn ich 2.928 90-Grad-Kurven gelaufen bin, habe ich die Aussicht genossen. Zwar ist die Zeit von 04:12 Stunden meine wohl schlechteste Zeit, aber das war mir nicht wichtig.

Ich gehe davon aus, dass du schon öfters einen Marathon gelaufen bist.

Klar (lacht). Eigentlich ist der Ultratriathlon mein Steckenpferd. Ich bin beim Weltverband im Vorstand und Weltrekordhalter beim 20-fachen Ironman.

Wie bitte?

Da bin ich in 20 aufeinanderfolgenden Tagen einen Ironman (3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren, 42,2 km Laufen, Anm. d. Red.) gelaufen.  Auch da spielt der mentale Bereich eine extreme Rolle.

Hut ab. Das heißt, du liebst das Extreme?

Richtig. Ich stehe auf Abenteuer in den Bergen. Ich bin auch schon in der Wüste gelaufen oder habe einen Marathon auf der chinesischen Mauer absolviert. Ich bin extrem neugierig und probiere gerne aus, was so möglich ist.

Was kommt als Nächstes?

Keine Ahnung, diese Aktion war jetzt relativ spontan. Nicht einmal meine Familie wusste davon. Ein Bekannter läuft am Samstag 70 Kilometer rund um einen Tisch. Mal schauen, was noch folgt. Jetzt liegt der Fokus darauf, gemeinsam gegen das Coronavirus vorzugehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 02.04.2020 um 07:22 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/coronavirus-salzburger-laeuft-marathon-ums-eigene-haus-85095922

Kommentare

Mehr zum Thema