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Corona-Krise

Spitäler-Überlastung Mitte April befürchtet

Zwei Drittel der Beatmungsgeräte besetzt

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) befürchtet, dass schon in rund zwei Wochen Engpässe an den Spitälern auftreten könnten. Mitte April könnte man in einer Situation sein, wo es zu einer Überforderung der Intensivmedizin komme, erklärte der Regierungschef bei seiner Pressekonferenz.

Die bisher gesetzten Maßnahmen würden wirken, das sei bereits feststellbar. "Aber wir müssen die Ausbreitung in Österreich deutlich stärker drücken", sagt Kurz. Der Reproduktionsfaktor müsse auf unter 1 sinken "und mittelfristig in Richtung null verlaufen." Denn die Wahrheit sei: "Kein Gesundheitssystem der Welt kann eine zu schnelle Ausbreitung stemmen. Wie lange die Überbelastung dauert, insbesondere in der Intensivmedizin, das hängt von uns allen ab. Es ist jetzt schon klar, dass viele Menschen an dieser Krankheit sterben werden. Aber wir müssen unser Möglichstes tun, dass nicht mehr Menschen sterben, als sterben müssen."

Hälfte der Intensivbetten besetzt

Die Warnung von Bundeskanzler Kurz, wonach schon in rund zwei Wochen Engpässe in den Spitälern auftreten könnten, lässt sich auch mit Zahlen belegen. Laut Daten des Gesundheitsministeriums sind derzeit nur noch etwas mehr als ein Drittel der Beatmungsgeräte für Corona-Patienten frei, bei den Intensivbetten in den Spitälern ist es noch genau die Hälfte. Die Kapazitäten sind allerdings regional sehr unterschiedlich.

2.584 Beatmungsgeräte in Österreich

Insgesamt stehen demnach in Österreich derzeit 2.584 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Frei für Corona-Patienten sind allerdings nur noch 908 oder 35 Prozent (Werte stammen vom vergangenen Freitag, 27.3.). Die anderen Geräte sind vor allem für Patienten mit anderen Erkrankungen im Einsatz. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Kapazitäten regional sehr unterschiedlich verteilt sind. So sind etwa in Niederösterreich nur noch 50 von insgesamt 550 Geräten (9 Prozent) frei. Vergleichsweise gering sind die freien Kapazitäten auch in der Steiermark (16 Prozent) und in Wien (19 Prozent). Das am stärksten von der Krise betroffene Bundesland Tirol hat noch 126 von 215 Geräten frei (59 Prozent). Am entspanntesten ist die Lage in Oberösterreich (70 Prozent) und in Salzburg (82 Prozent).

Kurz wollte beim deutschen Medizintechnikhersteller Dräger 1.000 Beatmungsgeräte bestellen, wie Vorstandschef Stefan Dräger zuletzt in einem "Spiegel"-Interview erklärte. Er könne jedoch nur 50 bekommen.

193 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Von den Intensivbetten in Österreichs Spitälern ist noch genau die Hälfte (1.071 von insgesamt 2.159) für Corona-Patienten frei. Hier reicht die Spannweite von 20 Prozent im Burgenland und 29 Prozent in Kärnten bis 62 Prozent in Salzburg. Derzeit (Stand heute, 30.3., 9.30 Uhr) befinden sich in Österreich 999 Corona-Patienten in Spitalsbehandlung und 193 auf Intensivstationen.

Nach Berechnungen von Wissenschaftern u.a. der Gesundheit Österreich Gmbh, der Med Uni Wien und der Technischen Universität Wien könnte die Zahl der Corona-Patienten in Spitalsbehandlung bis 7. April auf 1.285 Personen ansteigen, jener auf Intensivstationen auf 256. Dies unter der Annahme, dass sich der derzeitige Trend fortsetzt und sich die Kurve wie in den letzten Tagen weiter abflacht. Eine Prognose für die Beatmungsgeräte gibt es nicht.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.09.2020 um 01:34 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-kurz-befuerchtet-ueberlastung-der-spitaeler-mitte-april-85585999

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