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Mateschitz-Bier "Thalheim" soll durchstarten

Pils aus Heilwasser für gehobene Gastro

Als vor vier Jahren der Einstieg von Dietrich Mateschitz in das Brauereigeschäft kolportiert wurde, herrschte große Aufregung in der Branche. Manche rechneten gar mit einem regelrechten Coup von Red Bull auf dem Biermarkt. Doch das im obersteirischen Thalheim produzierte Bier entpuppte sich als etwas ganz anderes. Nun soll es durchstarten.

Die APA erhielt als erste seit der Verhängung der Corona-Restriktionen die Gelegenheit, die hochmoderne Brauanlage unterhalb des Thalheimer Schlosses zu besuchen. Geschäftsführer Dietmar Kert betonte gleich zu Beginn, dass die Thalheimer Heilwasser GmbH zwar im Eigentum von Mateschitz stehe, nicht aber Teil des Red-Bull-Konzerns sei: "Wir sind zwei komplett verschiedene Firmen."

Traditioneller Produktauftritt in Thalheim

Daraus erklärt sich auch der so gar nicht zum Image von Red Bull passen wollende Produktauftritt von "Thalheim". Ein schlichtes, fast hausbacken wirkendes Logo, neben dem Heilwasser selbst ein paar Limonaden und drei höchst traditionelle Biersorten, Märzen, Pils und Radler; eine eher kleine Produktionsstätte mit einem maximalen Jahresausstoß von insgesamt 30.000 Hektolitern, verteilt auf alle Produkte.

Er habe bewusst einen traditionellen Ansatz gewählt, so Kert. Der Name hafte eben sehr an der Quelle. Denn diese - die Brunnenfassung befindet sich unterhalb des immer noch baufällig anmutenden, im Dornröschenschlaf dahinschlummernden Schlosses - ist eine der ältesten bekannten Heilquellen Europas.

Mateschitz-Bier für die gehobene Gastronomie

"Österreich ist einfach ein Märzenbierland", erklärte Kert, der es als langjähriger Geschäftsführer der Hirter Privatbrauerei wissen muss. Zusätzlich habe man das Pils für die gehobene Gastronomie kreiert. Diese wird seit Ende vergangenen Jahres auch schon beliefert. So bieten einige Hotels in Salzburg, Wien und Graz bereits Thalheimer Bier an. Auch bei den großen Getränkehändlern sei man gelistet, betont Kert.

Grundsätzlich sei das Thalheimer Bier zwar auf die regionale Gastronomie zugeschnitten, in Zukunft wolle man aber "punktuell" in ganz Österreich expandieren. Einer entsprechenden Werbekampagne stehe nach den Lockerungen der Corona-Bestimmungen nun nichts mehr im Weg. Mit dem Start der Kampagne sei "in den nächsten Wochen" zu rechnen, so der Geschäftsführer.

"Lange getüftelt"

Eine exklusive Verkostung bringt unmittelbare Erkenntnisse über die Thalheimer Biere. Das Märzen überrascht mit einer für diese Sorte überaus kantigen Hopfennote. Der für Märzenbiere typische Malzcharakter entfaltet sich erst im Abgang. Das leicht naturtrübe Pils kommt spritzig und frisch daher. "Wir haben recht lange getüftelt", räumte Braumeister Koloman Strohmeier unter Hinweis auf das Brauwasser ein. Mit seinen annähernd 70 Härtegraden sei es zum Brauen eigentlich ungeeignet.

Vor allem beim Pils werde normalerweise besonders weiches Wasser verwendet. Wie genau er das Kunststück mit dem hiesigen Wasser dennoch hingekriegt hat, wird nicht verraten: "Wir greifen tief in die Trickkiste hinein", ist alles, was er sich dazu entlocken lässt. Sicherheitshalber hat Strohmeier seine Methode auch bereits patentieren lassen.

Das Thalheimer Bier hat übrigens eine ganz besondere Nebeneigenschaft. Durch die hohe Mineralisation des Wassers ist ihm nämlich eine Art natürlicher Alka-Seltzer-Effekt zu eigen. Zu übermäßigem Genuss des Bieres solle das aber auf gar keinen Fall verleiten, mahnt Kert schmunzelnd.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.10.2020 um 10:20 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/mateschitz-bier-thalheim-soll-nach-corona-lockerungen-durchstarten-87637681

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