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"In Landtag hineingetragen"

MFG profitiert in OÖ von Corona-Pandemie

Neue Partei holt Impfskeptiker ab

Der Einzug der Impfskeptiker MFG in die Regierung sei zwar nicht überraschend, doch die Höhe des MFG-Ergebnisses von letztlich 6,23 Prozent, sei nicht erwartbar gewesen, sind sich die Politik-Experten Hajek und Hofer einig. Als Grund für den Einzug der Liste der Impfskeptiker sei die jüngste Entwicklung der Corona-Pandemie:

Der Wahlkampf in Oberösterreich sei ein "thematisch vollkommen unaufgeregter" gewesen. "Dann kam die vierte Welle, die hat alles verändert." Diese habe die Liste MFG in den Landtag "hineingetragen". Die Impfskeptiker hätten "in diesem thematischen Umfeld schlicht und ergreifend das richtige Thema" gehabt, so Meinungsforscher Peter Hajek.

MFG gewinnt Stimmen von FPÖ und ÖVP

Hajek betonte, dass laut Wählerstromanalysen die Liste MFG nicht nur Wähler von der FPÖ gewinnen konnte, sondern auch von der ÖVP und den Grünen. "Da sieht man, dass sich die Impfskepsis durch alle Parteien zieht, wiewohl dies bei der FPÖ natürlich ein wichtiges Thema ist."

Große Erfolge bei impfskeptischen Gemeinden 

Je geringer die Durchimpfungsrate in der Gemeinde, desto stärker das Ergebnis von FPÖ und MFG. Dieses erwartbare Muster hat sich bei der Landtagswahl in Oberösterreich am Sonntag bestätigt, wie von der APA ausgewertete Wahl- und Impfdaten zeigen. Demnach liegt das Ergebnis von FPÖ und MFG in den Gemeinden mit der niedrigsten Durchimpfung um gut ein Fünftel über ihrem Gesamtergebnis. SPÖ und Grüne schnitten dagegen in den Gemeinden mit höherer Durchimpfung besser ab.

Gefälle auf bei der ÖVP sichtbar

Bei der ÖVP gibt es zwar ebenfalls ein Gefälle zwischen Gemeinden mit hoher und niedriger Durchimpfung, es ist allerdings deutlich weniger stark ausgeprägt als bei FPÖ und MFG.

Für die Berechnung wurden die Gemeinden entsprechend ihrer Durchimpfungsrate in vier gleich große Gruppen geteilt. Im Viertel der Gemeinden mit der niedrigsten Durchimpfung liegt unter anderem das oberösterreichische Impf-Schlusslicht Auerbach. Hier ist nur gut ein Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft - ein Wert, der in Österreich nur noch von Spiss in Tirol und Stall im Mölltal unterschritten wird. In Auerbach landete die MFG mit gut 13 Prozent auf Platz drei hinter der FPÖ (28 Prozent). Ähnlich niedrig ist die Durchimpfung in Feldkirchen bei Mattighofen. Auch hier schaffte MFG den dritten Platz mit knapp elf Prozent hinter der FPÖ mit rund 34.

Damit kommt MFG in den 110 Gemeinden mit der niedrigsten Durchimpfung auf 7,5 Prozent, liegt also um ein Fünftel besser als im Landesschnitt (6,2 Prozent). In den Gemeinden mit der höchsten Durchimpfung schaffte die Impfskeptikerpartei dagegen nur 5,7 Prozent. Die FPÖ liegt in den impfskeptischen Gemeinden mit 23,6 Prozent ähnlich deutlich über dem Landesschnitt von 19,8 Prozent.

Umgekehrtes Bild bei SPÖ, Grüne und NEOS

Bei SPÖ, Grünen und NEOS ist das Bild umgekehrt: sie schneiden in den Gemeinden mit höherer Durchimpfung besser ab. Hier kommt die SPÖ auf über 20 Prozent, während sie im Landesschnitt nur 18,6 Prozent erreichte. Die Grünen schafften in den 100 Gemeinden mit den meisten Vollimmunisierten 14,2 Prozent, im Landesschnitt nur 12,3 Prozent.

Etwas besser liegt in den Gemeinden mit der niedrigsten Durchimpfung auch die ÖVP. Sie erreicht hier 41,4 Prozent und liegt somit um ein Zehntel über dem Landesergebnis von 37,6 Prozent. In den Gemeinden mit der höchsten Durchimpfung lag sie mit 37,5 Prozent allerdings nur unwesentlich unter ihrem Gesamtergebnis.

(Quelle: APA)

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