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Neuerliche Beratungen über Corona-Lage

SPÖ plädiert für Verschärfungen, NEOS wollen Öffnung

Am Montag wird im Bundeskanzleramt wieder umfassend zur aktuellen Corona-Situation beraten. Die Bundesregierung bespricht sich wie üblich mit Experten, Opposition und Landeshauptleuten. Bis dahin will man die Zahlen noch genau beobachten, hieß es am Freitag aus dem Kanzleramt.

Die Bundesregierung lässt sich noch nicht in die Karten schauen, wie man weiter vorgeht. Zuletzt hatte man sich ja mit den Ländern darauf verständigt, allenfalls regionale Maßnahmen - in die eine wie die andere Richtung - zu setzen.

 

Die Ampel-Kommission trat zuletzt für weitere Restriktionen ein, wenn sich die Zahl der Corona-Infektionen weiter "unkontrolliert" erhöht. Allerdings wurde in einer Stellungnahme am Donnerstagabend nach der wöchentlichen Sitzung eben auch auf die Option regionaler Maßnahmen hingewiesen.

Landeschefs kommen nach Wien

Am Montag wird sich die Regierung jedenfalls zunächst mit Experten austauschen, um 11.30 Uhr wird dann die Opposition per Videokonferenz dazugeschaltet. Um 13 Uhr sollen die Beratungen mit den Landeshauptleuten starten, die persönlich nach Wien ins Kanzleramt kommen. Danach dürfte es wohl eine Pressekonferenz geben.

Reaktionen der Opposition

Die Opposition ist sich jedenfalls nicht einig: Die NEOS sprechen sich trotz der steigenden Infektionszahlen für weitere Öffnungen und für ein unbedingtes Offenhalten der Schulen aus. "Wir glauben, dass es wichtig ist, die Schulen offen zu halten", sagte Gesundheitssprecher Gerald Loacker bei einer Pressekonferenz in Wien. Eine Öffnung von Schanigärten und Kulturbetrieben könnte seiner Meinung nach sogar einen positiven Effekt haben, weil sich mehr Menschen testen lassen würden. Wenn man frisch getestet mit Maske ins Kino oder Theater gehe, sei das Risiko moderat. Auch an den Unis solle mehr geöffnet werden, meinen die NEOS. Von einer Verlängerung der Osterferien, wie sie gerade diskutiert wird, halten sie dagegen nichts. 

Mahnend meldete sich dagegen einmal mehr SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zu Wort: Das große Ziel müsse sein, einen Kollaps der Intensivstationen zu verhindern. Dazu brauche es unter anderem wieder mehr Homeoffice, aber auch die Rücknahme der verfrühten Lockerungen von Anfang Februar, als Geschäfte und Friseure wieder geöffnet wurden. Die Schulen nimmt Rendi-Wagner auch nicht mehr aus: Die Gesundheitsexpertin verwies im Ö1-"Morgenjournal" auf neue Mutationen und einen besorgniserregenden Aufwärtstrend bei den Infektionen. Wenn die Zahlen weiter so steigen, werde man in zwei bis drei Wochen an einem kritischen Punkt auf den Intensivstationen sein, da müsse man rechtzeitig gegensteuern, "und da kann man wahrscheinlich nichts ausschließen, auch nicht eine Verlängerung der Osterferien". Die Schule müsse aber "das letzte Mittel" sein.

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(SYMBOLBILD)

3.515 Corona-Neuinfektionen am Freitag

Mit 3.515 Neuinfektionen in 24 Stunden hat der weiter zunehmende Anstieg am Freitag vorerst zu einem neuen Höchstwert in diesem Jahr geführt, zudem liegen die von Gesundheits-und Innenministerium …

Angespannte Corona-Lage in Österreich

Viele Experten hatten zuletzt vor weiteren Öffnungen gewarnt. "Ich halte die Chance auf einen weiteren harten Lockdown für größer als die Chance, ohne Verschärfungen durchzukommen", meinte etwa Epidemiologe Gerald Gartlehner in der "Presse" (Freitagausgabe). "Dafür ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit derzeit 210 einfach zu hoch. Außerdem ist die britische Variante bereits in ganz Österreich sehr stark verbreitet", argumentierte er. Gartlehner hält es "derzeit für zu riskant, trotz fortschreitender Impfungen der Hochrisikogruppen weitere Öffnungsschritte zu setzen".

(Quelle: APA)

Anschober: "Wir sind in der dritten Welle"

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Gesundheitsminister Rudi Anschober.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Freitag auf steigende Zahlen bei Corona-Infektionen, Hospitalisierungen und Todesfällen hingewiesen. "Ja, ganz Europa ist mittlerweile in der dritten Welle, auch wir", sagte er in einer Pressekonferenz. Man müsse alles tun, um "harte Triagen" in Österreich zu vermeiden.

"In manchen Regionen haben wir eine Situation, die ich wirklich als bedenklich erachte, was die Situation auf intensivmedizinischen Abteilungen betrifft."

"Kein exponentieller Anstieg, aber ein linearer"

Die Zahl jener, die sich aufgrund einer Corona-Infektion in intensivmedizinischer Behandlung befinden, sei in den vergangenen 24 Stunden um elf auf 397 Personen gestiegen, ein Plus von 14 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die Auslastung sei je nach Region sehr unterschiedlich, hauptbetroffen seien Wien und Niederösterreich. Wenn dieser Trend weitergehe, so Anschober, sei man nicht mehr von der Situation im vergangenen Herbst entfernt.

Generell erfülle ihn die Entwicklung bei den Infektionszahlen (jüngster Tageswert: 3.515) mit Sorge. "Es ist kein exponentieller Anstieg, aber ein linearer, der sehr konstant ansteigt", sagte der Gesundheitsminister. Es wäre eine "durchaus alarmierende Situation", wenn sich diese Zahlen so fortsetzten.

Weiteres Corona-Vorgehen am Montag

Nach regionalen Maßnahmen, ob Lockerungen oder Verschärfungen gefragt, wies Anschober darauf hin, dass es europaweit Regionen gebe, die die dritte Welle besonders intensiv spürten: Der Großraum Paris etwa, Prag, ungarische Regionen und - für Anschober "etwas erschreckend" – auch der Großraum Helsinki im bisher besonders stabilen Finnland.

Was all das für die weiteren Corona-Maßnahmen in Österreich bedeutet, wollte der Gesundheitsminister vor den Beratungen der Bundesregierung am Montag mit Experten, Landeshauptleuten und der Opposition nicht sagen. Man überprüfe alle Vorschläge, meinte er angesprochen etwa auf eine Verlängerung der Osterferien, verpflichtendes Home-Office oder kürzere Gültigkeitsfristen von Antikörpertests, er wolle keine Vorgriffe vornehmen.

Anschober über Impfkampagne

Zufrieden zeigte sich Anschober mit dem Stand der Dinge bei den Impfungen. Österreich sei im internationalen Ranking sehr gut platziert, 1,2 Millionen Impfungen seien bisher durchgeführt, 11,5 Prozent der in Frage kommenden zumindest einmal geimpft.

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Auslöser der Anzeige dürften Medienberichte über die Corona-Impfung mehrerer regionaler Persönlichkeiten gewesen sein. (SYMBOLBILD)

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In Salzburg haben bereits rund 50.000 Menschen die erste Covid-Teilimpfung erhalten. Wie es nun in den nächsten Wochen bei der Immunisierung weitergeht, lest ihr hier.

Die größte Impfkampagne Österreichs schreite voran, nach Ostern sei schrittweise die Vervierfachung der täglichen Lieferzahlen zu erwarten. Im April, Mai und Juni sollen knapp sechs Millionen Impfdosen in Österreich ankommen. Bis Ende Juni/Anfang Juli wolle man zwei Drittel jener, die geimpft werden können, erreichen.

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Deutsche Forscher halten nach Angaben der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) einen bestimmten Mechanismus für die Ursache der Thrombose-Fälle nach einer AstraZeneca-Impfung.

Anschober freute sich auch über die klare Festlegung der EMA zum AstraZeneca-Impfstoff, er könne daher auch in Österreich weiter verimpft werden. "Diese Entwicklung hat unsere Vorgangsweise bestätigt", so der Minister. "Wir spüren bislang eine große Bereitschaft in Österreich, alle Impfstoffe zu nützen, die da sind, und ich kann das nur empfehlen."

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