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Potenzial nach oben

40.000 autofreie Haushalte in Salzburg

Rad-Infrastruktur und Öffi-Netz ausbauen

symb_Verkehr, Schutzweg, Zebrastreifen pixabay
Rund 40.000 Haushalte in Salzburg sind autofrei. (SYMBOLBILD)

44.000 Haushalte im Land Salzburg sind autofrei, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der Daten der Statistik Austria zeigt. Mit einem Anteil von 18 Prozent liegt Salzburg im Bundesländer-Vergleich genau in der Mitte.

Der VCÖ betont, dass deutlich mehr Haushalten die Kosten des Autobesitzes erspart werden kann. Wichtig ist ein verstärktes Carsharing-Angebot, die weitere Verbesserung der öffentlichen Verkehrsverbindungen und der weitere Ausbau der Rad-Infrastruktur.

18 Prozent der Haushalte in Salzburg haben kein Auto, das ist im Bundesländer-Vergleich der fünfthöchste Anteil autofreier Haushalte, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Einsamer Spitzenreiter ist die Millionenstadt Wien, wo bereits 47 Prozent der Haushalte autofrei sind. Der VCÖ weist darauf hin, dass in anderen Großstädten der Anteil autofreier Haushalte höher ist, etwa in Paris mit 66 Prozent, im über drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner umfassenden Inner-London sind es 62 Prozent und in Zürich 53 Prozent.

Tirol und Vorarlberg folgen Wien

Außerhalb Wiens hat in Österreich Tirol mit 21 Prozent den höchsten Anteil autofreier Haushalte, gefolgt von Vorarlberg und der Steiermark mit jeweils 19 Prozent, berichtet der VCÖ. Am niedrigsten ist der Anteil autofreier Haushalte in Niederösterreich und Oberösterreich mit jeweils 13 Prozent. Insgesamt kommen im Land Salzburg 44.000 Haushalte ohne eigenes Auto aus.

Bessere Mobilitätsangebot, weniger Autos

Die Anzahl der Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner zeigt, dass es in Salzburg regionale Unterschiede gibt. In der Stadt Salzburg kommen auf 1.000 Personen 514 Pkw, der Landesschnitt liegt bei 570 und im Bezirk Tamsweg sind es 639 Pkw pro 1.000 Personen. "Auch am Motorisierungsgrad und am Anteil autofreier Haushalte ist die Qualität des Mobilitätsangebots zu messen. Ein höherer Anteil autofreier Haushalte und ein niedrigerer Pkw-Motorisierungsgrad zeugen von einem besseren und vielfältigeren Mobilitätsangebot", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Mehr Potenzial in Salzburg

Das Potenzial für mehr autofreie Haushalte ist im Land Salzburg groß. So sind die Erstautos der Salzburger Haushalte durchschnittlich 13.800 Kilometer pro Jahr unterwegs. "Das bedeutet, dass die Autos im Schnitt nur eine Stunde pro Tag fahren und die restlichen 23 Stunden ungenützt herumstehen. Sie sind also eher Stehzeuge als Fahrzeuge", verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger. Noch weniger im Einsatz sind die rund 85.000 Zweitautos, die im Schnitt nicht einmal 7.300 Kilometer pro Jahr gefahren werden. 

Durch ein verstärktes Carsharing-Angebot kann deutlich mehr steirischen Haushalten die Kosten für den Autobesitz erspart werden. Carsharing ist die optimale Ergänzung zum Öffentlichen Verkehr. Daher ist die Verknüpfung von Carsharing mit der Jahreskarte des Öffentlichen Verkehrs sinnvoll, wie es in Tirol der Fall ist. Mit einem Aufpreis von nur 100 Euro pro Jahr auf die Öffi-Jahreskarte steht ein Carsharing-Angebot mit Standorten in bereits 24 Orten in Tirol zur Verfügung. Auch das Rail & Drive Angebot der ÖBB, das es mittlerweile österreichweit mit 360 Fahrzeugen an Bahnhöfen von 31 Städten gibt, unterstützt Haushalte dabei, sich die Kosten eines eigenen Autos zu ersparen.

Wesentlich ist darüber hinaus die Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots in den Regionen, um die Mobilitätskosten auch für die Bevölkerung zu reduzieren. Es braucht mehr Bahn- und Busverbindungen sowie ergänzend zum Linienverkehr Anrufsammelstaxis und Gemeindebusse. Und sowohl in den Städten als auch in den Regionen ist die Rad-Infrastruktur stark auszubauen. "Baulich getrennte und ausreichend breite Radwege bringen Sicherheit und ermöglichen auch Familien mit Kindern mehr Alltagswege gesund, umweltfreundlich und kostensparend mit dem Fahrrad zurückzulegen. Gerade in den Regionen kann damit die Abhängigkeit vom Auto verringert werden", betont VCÖ-Experte Schwendinger.

(Quelle: SALZBURG24)

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