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Land-Bund-Zwist

Gezerre um Schulbetrieb im Lockdown

Salzburg und OÖ wollen nur für nötige Betreuung offen halten

Meldungsliste(1)(17).jpg APA/ERWIN SCHERIAU
Bildungsminister Heinz Faßmann ist sich mit den Ländern Salzburg und Oberösterreich uneins. (ARCHIVBILD vom Oktober 2021)

Die Schulen in Salzburg und Oberösterreich bleiben trotz Lockdown offen. Inwieweit die Schüler aber auch in die Schule kommen sollen, darüber herrschte zwischen den Landeshauptleuten Wilfried Haslauer und Thomas Stelzer auf der einen und Bildungsminister Heinz Faßmann (alle drei ÖVP) auf der anderen Seite am Donnerstagabend weiter eine ganz unterschiedliche Auffassung.

Für das zuständige Bildungsressort ist klar: Der Unterricht findet statt.

"Der Unterricht in den Schulen findet statt", fasste Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) die laut ihm mit Salzburg und Oberösterreich vereinbarte Regelung zusammen. In einem Schreiben an die Schulleitungen der beiden Bundesländer wird auch betont, dass der Stundenplan trotz Lockdown aufrecht bleibe - für alle Schulstufen. "Die Schule bleibt für einen den Umständen angebrachten Schulbetrieb offen."

 

Freiwillige Abwesenheit laut Ministerium erlaubt

Die entsprechende Verordnung bzw. der Erlass des Ministeriums sollen "so schnell wie möglich nachgereicht werden". Für eine gewisse "Entdichtung" sollen ab Montag aber alle Schüler, die wegen des hohen Infektionsgeschehens derzeit nicht am Präsenzunterricht teilnehmen wollen, zu Hause lernen dürfen. Über den Lernstoff sollen sie sich bei den Lehrern informieren und bei entsprechenden technischen Voraussetzungen auf Eigeninitiative freiwillig auch virtuell am Unterricht teilnehmen können.

Salzburg will Schulen nur für "nötige Betreuung" öffnen

In den vom Lockdown betroffenen Bundesländern geht der Wunsch nach "Entdichtung" aber deutlich weiter: Schulen und Kindergärten in Salzburg sollten angesichts der hohen Infektionszahlen besonders bei den 5- bis 15-Jährigen grundsätzlich geschlossen bleiben, erklärte Haslauer und sprach explizit von einem Wechsel ins Homeschooling. "Schulen werden aus derzeitiger Sicht nur für eine absolut nötige Betreuung offen bleiben." Das gelte etwa für die Kinder von Schlüsselarbeitskräften oder Schüler mit Lernrückständen. Der Schulbesuch solle "im Prinzip aber nicht der Regelfall" sein, so der Salzburger Landeshauptmann.

In einer Aussendung des Landes Salzburg wurde dann am Abend zwar betont: "Für alle jene, die die Schule brauchen, bleibt diese auch offen." Eltern, die ihre Kinder daheim betreuen können, seien allerdings aufgerufen ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken, um die Neuinfektionen zu senken und damit die Spitäler und deren Personal zu entlasten.

Distance Learning möglich

Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) betonte am Abend, dass Lehrerinnen und Lehrer aus aktueller Sicht grundsätzlich an den Schulen sein und unterrichten würden. Es sollten aber nur jene Schüler in die Schule kommen, die es auch brauchen. Für alle anderen zu Hause gelte es, den Unterricht so gut wie möglich zu organisieren. "Wir bemühen uns sinnvolle und gute Angebote zu schaffen - etwa mit Lernpaketen", sagte sie zur APA. Distance Learning sei möglich, werde aber nicht flächendeckend verordnet. Angesichts der hohen Infektionszahlen auch an den Schulen handle es sich beim Lockdown um keine bildungspolitische, sondern um eine gesundheitspolitische Maßnahme.

Lernpakete für zu Hause

Kinder, die ab Montag in Salzburg nicht in die Schule gehen, gelten als entschuldigt und haben keinen Nachteil. „Sie werden mit Lernpaketen und Material auf Lernplattformen versorgt und können bei Schwierigkeiten mit dem Lernstoff jederzeit wieder in den Unterricht einsteigen“, sagt Landesrätin Daniela Gutschi und ergänzt: „Aus epidemiologischer Sicht ist festzuhalten: Nirgends wird so systematisch getestet wie in den Schulen.“

Maßnahmen für den Schulbetrieb in Salzburg

  • Maskenpflicht in allen Schulstufen – FFP2-Maske in der Oberstufe. Maskenpausen, vor allem bei den jüngeren Kindern.
  • Testung aller ungeimpften und geimpften Schülerinnen und Schüler bleibt bis zum Ende des Lockdowns aufrecht.
  • Entdichtung: Möglichkeit des entschuldigten Fernbleibens für Schülerinnen und Schüler während des Lockdowns. Eltern und Erziehungsberechtigte, die aufgrund der aktuellen Situation ihre Kinder zu Hause behalten wollen, können dies auch tun.
  • Einheitliche Quarantäneregeln in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium: Indexfall geht in Quarantäne, Mitschülerinnen und Mitschüler tragen Maske, tägliche Testung.
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(Quelle: APA/SALZBURG24)

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