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Amoklauf von Mauterndorf jährt sich zum 20. Mal

Eine Woche nach der grausamen Bluttat fand eine Trauerfeier in Mauterndorf statt. APA/Neumayr/Archiv
Eine Woche nach der grausamen Bluttat fand eine Trauerfeier in Mauterndorf statt.

Ein schrecklicher Amoklauf ereignete sich heute vor 20 Jahren im idyllischen Mauterndorf (Lungau): Ein 36-jähriger Eigenbrötler und "Waffennarr" erschoss am 20. November 1997 in den Abendstunden zunächst sechs Menschen, darunter eine Dreijährige; nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei beging der Mechaniker Selbstmord.

Seine ersten Opfer waren der 39-jährige Computertechniker Harald M. sowie dessen 40-jährige Partnerin Gabrielle A. und deren dreijährige Tochter Elisabeth. Die einjährige Tochter Magdalena übersah der Täter in ihrem Gitterbett - sie kam mit dem Leben davon und wurde zur Vollwaise. G. hatte das Haus, in dem die Familie lebte, früher besessen. Die Frau war seine ehemalige Lebensgefährtin.

Amokläufer klingelt an Haustüren in Mauterndorf

Im Anschluss ging er zu Fuß zum Haus Nr. 288, wo der 55-jährige Schuldirektor und Vizebürgermeister Wernfried G. wohnte. Als dieser die Tür öffnete, wurde er von G. mit mehreren Schüssen niedergestreckt. "Es hat nach einer Hinrichtung ausgeschaut", meinte der Leiter der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Salzburg, Manfred Dürager, damals bei einem Pressegespräch.

Nur zehn Minuten später war der 36-Jährige bereits bei der Wohnung des 19-jährigen Bundesheerangestellten Stefan B. und dessen 22-jähriger Freundin Irene S. angelangt. Auch sie öffneten dem Bekannten ahnungslos die Tür und büßten dies mit ihrem Leben.

Mordmotiv: Täter von "Dämonen" geleitet

Die Leichen wurden erst am folgenden Tag entdeckt. Als bereits nach ihm gefahndet wurde, beging G. durch einen Kopfschuss Selbstmord. In hinterlassenen Schreiben zitierte er "Dämonen", die ihn zu den Taten veranlasst hätten. Er schrieb von einer "Elisabeth", die "den Dämon übertragen" habe, weiters von einem "Teufel", der in ihn "gepflanzt" worden sei, sowie einem "Feuer", das "seit langer Zeit" in ihm brenne.

Diskussion um österreichisches Waffengesetz

G. war ein echter "Waffennarr": Neben den zwei Tatwaffen - einer Walther PPK 765 und einer Smith & Wesson .357 Magnum - fanden die Beamten bei der Durchsuchung dessen Wohnung vier weitere Pistolen, insgesamt fünf Gewehre sowie zehn Kilogramm Schwarzpulver und 1.000 Schuss Munition.

Der Amoklauf des 36-jährigen Mechanikers brachte daraufhin eine Diskussion in Österreich über die Waffengesetze in Gang. Diese verliefen jedoch wegen unterschiedlicher Auffassungen der Koalitionspartner im Sand.

(APA/SALZBURG24)

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