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Mauthausen Komitee fordert Rücktritt von Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek

Das MKÖ fordert Marlene Svazek zum Rücktritt Neumayr/Archiv
Das MKÖ fordert Marlene Svazek zum Rücktritt

Rund um die Vorwürfe gegen den Tennengauer FPÖ-Spitzenkandidaten Reinhard Rebhandl fordert nun das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) den Rücktritt von Landesparteichefin Marlene Svazek. Bei den Blauen spricht man von "zweifelhaften Methoden" pünktlich zum Landtagswahlkampf und bezeichnet das MKÖ als "linken Agitationsverein".

Bereits in der Vorwoche haben SPÖ, Grüne und NEOS im Bundesland Salzburg den Rücktritt von Reinhard Rebhandl gefordert. Das MKÖ geht nun einen Schritt weiter, und legt der Salzburger Parteichefin selbst kurz vor der Landtagswahl am 22. April den politischen Rückzug nahe.

Der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi reagierte in einer Aussendung entsetzt, dass Svazek "dem rechtsextremen Kandidaten auf ihrer Liste die Mauer macht und zusätzlich in klassischer Täter-Opfer-Umkehr von einer 'Menschenjagd' auf Burschenschafter spricht". Sie sollte "auf der Stelle zurücktreten", fordert er. Svazek hatte Rebhandl Mitte Februar bei der Listen-Vorstellung ganz bewusst aufs Podium geholt, weil zu dieser Zeit die Diskussionen über Burschenschaften voll im Gang waren und Rebhandl Mitglied der Verbindung "Gothia Salzburg" ist. Svazek wollte damit zeigen, dass die Burschenschaften in Salzburg nicht das Sagen hätten, es aber auch keine "Menschenjagd" auf sie geben dürfe. "Es geht nicht darum, ob jemand Burschenschafter ist, sondern um eine gute Mischung und die besten Leute", sagte die Parteichefin damals.

Wie berichtet, war Rebhandl  zumindest in den Jahren 1983 und 1984 in der rechtsextremen und neonazistischen Partei NDP aktiv, in der auch sein Vater Fritz Mitglied war. Rebhandl selbst gab dazu an, damals von seinem Vater mitgeschleppt worden zu sein. Er habe mit seinem mittlerweile verstorbenen Vater und dessen Ideologie gebrochen. Zur Häufung der Vorwürfe gegen ihn sagte Rebhandl am Montag zur APA: "Ich habe über 30 Jahre lang ein wirklich ordentliches und anständiges Leben geführt im Dienste des Gemeinwohls, berufliche Karriere gemacht und meine Familie aufgebaut. Ich habe mich nach der Matura mehr oder weniger von meinen Eltern getrennt und mein Leben auf völlig neue Beine gestellt. Das ist jetzt die Rechnung, die ich bekomme, und das ist mehr als unfair."

MKÖ bringt neue Vorwürfe gegen Rebhandl ins Spiel

Das MKÖ zieht einen Schlussstrich Rebhandls mit der Ideologie seines Vaters aber in Zweifel und bringt einen weiteren Zwischenfall ins Spiel. Im Jahr 2010 soll der blaue Landtagskandidat in seiner Funktion als Obmann des ÖTB-Turnvereins Golling (Tennengau) eine "Turnfahne mit der Aufschrift 'Rassereinheit'" zur Schau gestellt haben. "Die Ideologie der 'Rassereinheit' war die Grundlage für den deutschnationalen Judenhass und für den Holocaust", stellt der MKÖ-Vorsitzende fest. "Wer diese antisemitische Parole heute noch öffentlich verbreitet, hat in keinem demokratischen Gremium etwas verloren."

Hinsichtlich der aktuellen Vorwürfe bemüht sich Parteichefin Svazek in einer Parteiaussendung um Klarstellung. Die Fahne sei "ausschließlich zum Zwecke der Traditionspflege beim 100-Jahr-Jubiläum als Teil der Geschichte des Vereines für das Totengedenken verwendet" worden. Die Fahne sei nicht einmal ausgerollt und nach dem Festakt sofort wieder verräumt worden, ergänzte Rebhandl. "Die Turnvereine distanzieren sich seit Langem von all dem. Es hat keinerlei inhaltliche Bedeutung gehabt. Es ist eine reine Traditionspflege gewesen, um die Dauer des Vereins zu untermauern", sagte er zur APA. Auf die Frage, wie man auf diese Dauer hinweisen könne, wenn man die Aufschrift der Fahne mit der Jahreszahl gar nicht zeige, meinte Rebhandl: "Ein Verein, der sonst nichts mehr hat aus seiner Geschichte, warum sollte der nicht zeigen, dass es 1923 in Golling schon einen Turnverein gab, der 1910 gegründet wurde. Die Tatsache, dass diese Fahne nie in Verwendung stand und steht, zeigt, dass es nur die Absicht war, die Dauer des Vereins zu zeigen."

Svazek lässt Rücktrittsforderung unkommentiert

Auf die Rücktrittsforderung ihre eigene Person betreffend ging Svazek am Montag hingegen nicht ein.

(S24/APA)

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