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Heimliches Filmen von Fehlverhalten ok?

Video von Obusfahrer mit Handy am Steuer im Netz

Obusfahrer, Handy, Video Screenshot/SALZBURG24
Der Obusfahrer hat während der Fahrt mit seinem Handy gespielt.

Heimlich gefilmt wurde ein Obus-Fahrer in der Stadt Salzburg, als er sein Handy während der Fahrt in der Hand hatte. Das Video kursiert im Netz, der Fahrer wurde von seinem Dienstgeber, der Salzburg AG, zur Rede gestellt. Aber: Ist das Filmen und Veröffentlichen von Fehlverhalten überhaupt o.k.? Stimmt ab im Meinungscheck!

Wie „oe24“ am Montag berichtet, soll das Video in der Buslinie 10 in Richtung stadteinwärts aufgenommen worden sein. Rund zehn Minuten soll der Busfahrer dabei sein Handy in der Hand gehabt und immer wieder den Blick von der Straße abgewandt haben. Laut dem Augenzeugen soll er auch einen Zebrastreifen überfahren haben.

Obusfahrer meldet sich nach Veröffentlichung

Die Salzburger Nachrichten schreiben am Dienstag, dass sich der Obusfahrer nach Veröffentlichung des Videos bei seinen Vorgesetzten gemeldet habe. Er sei nun nicht mehr im Dienst. Sprecherin Saskia Heller erklärte, man nehme solche Verstöße sehr ernst. Ein Disziplinargespräch folgt.

Veröffentlichung okay?

Der Betriebsratsvorsitzende im Verkehrsbereich der Salzburg AG bezeichnet das Verhalten des Obusfahrers als "absolut nicht in Ordnung", kritisiert aber auch gleichzeitig den heimlichen Filmer: "Es ist datenschutzrechtlich bedenklich, jemanden auf diese Art an den Pranger zu stellen."

Wie seht ihr das eigentlich? Stimmt ab im Meinungscheck!

 

Das ist die aktuelle rechtliche Lage: Jeder Mensch verfügt über Persönlichkeitsrechte. Ist die betroffene Person am Foto bzw. Video klar erkennbar, ist die Veröffentlichung ohne deren Zustimmung nicht erlaubt. Es gilt das „Recht am eigenen Bild“. Zudem darf laut der Plattform „Safer Internet“ der Abgebildete durch die Aufnahmen nicht bloßgestellt oder herabgesetzt werden. Festgelegt ist das im Urheberrecht, Paragraf 78: "Durch § 78 UrhG soll jedermann gegen einen Missbrauch seiner Abbildung in der Öffentlichkeit geschützt werden, also insbesondere auch dagegen, dass er durch Verbreitung seines Bildnisses bloßgestellt, dass dadurch sein Privatleben der Öffentlichkeit preisgegeben oder sein Bildnis auf eine Art benützt wird, die zu Missdeutungen Anlass geben kann oder entwürdigend oder herabsetzend wirkt." Grundsätzlich ist es aber in Österreich nicht verboten, Fotos oder Videoaufnahmen von Personen zu machen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.04.2021 um 03:14 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/meinungscheck-ist-das-heimliche-filmen-und-veroeffentlichen-von-fehlverhalten-ok-82982584

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