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Rekordschäden durch Borkenkäfer in Österreich

Die Borkenkäfer machen Waldbesitzern das Leben schwer. Neumayr
Die Borkenkäfer machen Waldbesitzern das Leben schwer.

Vier Millionen Festmeter Schadholz, verursacht vom Borkenkäfer, erwarten die "Land&Forst Betriebe Österreich" für 2018. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Landbewirtschafter wäre das nach 3,5 Millionen Festmetern im vergangenen Jahr ein neuer Rekord. Das Bundesland Salzburg kommt voraussichtlich vergleichsweise glimpflich davon. 

So werden in Salzburg 100.000 Festmeter Schadholz erwartet, wie Martin Wautischer aus dem Büro von Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) auf S24-Nachfrage mitteilt. „Das sind weniger als 10 Prozent des Jahreseinschlags, der bei 1,3 Millionen Festmeter liegt“, erklärt Wautischer. Die Zahlen seien noch nicht endgültig. „Aber die Schadenshöhe ist nicht besorgniserregend.“

Salzburg ohne Winterwürfe

Andere Teile des Landes waren indes schwerer betroffen: „Die früh einsetzende Hitzewelle, die den gesamten Sommer lang anhielt und auch der warme und trockene Herbst, waren ein Eldorado für den Borkenkäfer", sagte Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe. "Die Bäume können sich nicht mehr erholen und verlieren ihre natürlichen Abwehrfunktionen, den Harzfluss."

In manchen Teilen Österreichs würde bereits die vierte Generation Borkenkäfer fliegen. Die kleinen, rund fünf Millionen großen Insekten bevorzugen Fichten, die Hauptbaumart in Österreich, sowie warmes trockenes Klima - beides finden sie zum Beispiel im Mühl-oder Waldviertel. Der Nordosten des Landes ist vom Befall besonders betroffen. Warum manche Bundesländer stärker betroffen als andere sind, erklärt Wautischer wie folgt: „Da kommen viele Faktoren zusammen. In Oberösterreich und Niederösterreich gab es letztes Jahr im Gegensatz zu Salzburg Winterwürfe. Die Trockenheit befeuert den Befall ebenfalls.“

Borkenkäfer: Finanzielle Verluste oft die Folge

"Der Mehraufwand für Käferbekämpfung, die Übersättigung des Marktes, die sinkenden Holzpreise und die Kosten für die Wiederaufforstung machen Waldbesitzern das Leben schwer", betonte Montecuccoli. Vom Erkennen des Schadens bis zum Absatz beim Kunden sollte eine sehr kurze Zeit liegen, um einerseits den Brutzyklus der Käfer zu unterbrechen, andererseits um den Wertverlust des Holzes einzudämmen. Die Waldlager in Borkenkäfer-Schadgebieten bauen sich jedoch nur sehr langsam ab, die Wartezeit für die Abfuhr des bereitgestellten Holzes könne oft mehrere Wochen dauern.

"Kommt es zu Verzögerung in der Abfuhr, ist ein Preisverlust die Folge", berichtete Montecuccoli. Bleibt das Holz liegen, verschlechtert sich die Qualität, eine "Bläue" durch Pilzbefall kann auftreten.

(S24/APA)

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