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Kräuterwanderung und Rezepte

Essbare Frühlingskräuter aus Salzburg

Wer kein Glashaus hat, der tut sich mit dem Ernten aus dem eigenen Beet noch schwer. Doch auf Salzburgs Wiesen und in den Wäldern wächst schon viel Wertvolles, das gepflückt werden kann: Heimische Frühlingskräuter. Wir waren mit Fräulein Grün in Salzburg-Aigen auf Wanderung und haben zu den Kräutern auch gleich ein paar Rezepte.

Salzburg

Die Salzburger Bloggerin Karina Reichl hat sich ganz den Kräutern und ihren teils vergessenen Wirkungen verschrieben. Am Freitag zeigte sie bei einer Kräuterwanderung, welche Pflanzen genießbar sind und in direkter Umgebung wachsen.

So erkennt ihr Bärlauch

Start war bei der Hundewiese im Aigner Park. Ausgestattet mit Stoffsackerl und guten Schuhen wurden die vier Kräutersammlerinnen schon nach wenigen Schritten fündig – sie standen mitten in einem Bärlauchfeld. Reichl erklärte dann auch gleich, wie man ihn von seinen giftigen Freunden Herbstzeitlose und Maiglöckchen unterscheidet: „Der Bärlauch glänzt vorne, ist hinten matt, riecht nach Knoblauch und die Blätter sind beim Herauskommen eingerollt. Außerdem knackt die Blattader beim Brechen.“

Gleich daneben findet sich das Veilchen. Das sieht nicht nur dekorativ aus – etwa auf Kuchen oder Aufstrichen – sondern reinigt dank der enthaltenen Seifenstoffe (Saponine) auch von innen. Dieselbe Wirkung haben übrigens Schlüsselblumen.

 

Vitamin-C aus dem Salzburger Wald

Nachdem jeder ein süßes Veilchen vernascht hat, geht es weiter zum Scharbockskraut. „Das Scharbockskraut hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt unter den Frühlingskräutern und stärkt den Körper nach dem Winter. Aber Achtung: Sobald die gelben Blüten rauskommen ist es nicht mehr essbar, denn es ist ein giftiges Hahnenfußgewächs“, erläutert Reichl. Für Vitamin-C kann man ebenso auf den Girsch zurückgreifen, den wir schon wenig später entdecken.

Lungenkraut mit zweifarbigen Blüten

Nach kurzen Stopps bei Gänseblümchen, Löwenzahn, Kartoffelkraut und Schafgarbe, erzählt Reichl, warum Hänsel und Gretel verschiedenfarbige Blüten haben: „Die Blüten kommen hellrosa aus dem Boden und signalisieren den Bienen und Hummeln ‚Hier gibt’s Nektar‘. Danach ändert sich die Farbe ins bläuliche und zeigt an, dass hier nichts mehr zu holen ist.“ Die Blumen werden auch Lungenkraut genannt, weil sie gut für die Bronchien sind.

Detox nach dem Winter

Die Gundelrebe ist ein typisches Frühlingskraut, denn sie schwemmt Gifte aus, hat viele Bitterstoffe und gibt dem Körper nach dem Winter sozusagen eine Detox-Kur. Und auch junge Bäume kann man essen, sehr zum Erstaunen der Teilnehmerinnen. Zwischen altem Laub kämpfen sich die Buchenkeimlinge aus dem Boden und werden sogleich verkostet. Nussig, aber frisch schmecken sie und eignen sich hervorragend für einen Salat.

Frisch essen, nicht kochen

Generell sollten Frühlingskräuter immer frisch verwertet und nicht zu viel gekocht werden. „Gerichte zuerst fertigkochen und zum Schluss die Kräuter unterheben oder einfach darüber streuen. Sonst gehen Inhaltsstoffe verloren“, weiß die Bloggerin, die auch ausgebildete Waldpädagogin ist. Auch für das Kräutersammeln hat sie Tipps. Der Vortag sollte sonnig sein, Wetter und Boden nicht zu feucht. Das hat einen einfachen biologischen Grund: „Die Inhaltsstoffe der Pflanzen ziehen sich in den Boden zurück, denn sie sind das Immunsystem der Pflanze und werden dann nicht gebraucht.“

Nach 1 ½ Stunden haben die Kräutersammlerinnen das eine oder andere Mitbringsel in ihre Taschen gepackt, die Köpfe sind voll mit neuen Namen und Wirkungen. Die Wanderung zeigt Wirkung: Auf dem Rückweg suchen die Augen den Boden nach Kräutern ab.

Rezepte mit Frühlingskräutern

Auf ihrem Blog, aber auch in ihrem neuen Buch liefert Karina Reichl zu den Kräutern auch gleich die passenden Rezepte. Das könnt ihr mit euren frisch gesammelten Frühlingsschätzen zubereiten.

Gänseblümchensalz

  • 100 Gramm Steinsalz
  • eine Handvoll frische Gänseblümchen

Steinsalz mit Gänseblümchen mit einem Mörser zerkleinern, die Masse auf ein Backpapier dünn aufstreichen und 24 Stunden trocknen. Gut getrocknet ein Jahr haltbar, schmeckt leicht nussig und passt perfekt zu Ostereiern.

Straffendes Birkenpeeling

  • eine Handvoll Birkenkätzchen oder zwei Handvoll Birkenblätter
  • ein Esslöffel Meersalz
  • drei Esslöffel Zucker
  • 40 Mililiter Mandelöl
  • zwei Tropfen ätherisches Rosenöl (oder andere Sorte nach Wahl)

Zuerst Kätzchen oder Blätter grob zerkleinern, danach mit den anderen trockenen Zutaten pürieren oder mit dem Mörser vermahlen. Zuletzt die Öle gut untermischen und in ein sauberes Glas füllen. Am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Tee aus Löwenzahnwurzel

  • ein Teelöffel Löwenzahnwurzel
  • 1/4 Liter Wasser

Die Löwenzahnwurzel getrocknet mit kaltem Wasser in einem Topf aufkochen, danach vom Herd nehmen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseien und trinken, gibt dem Körper eine Entgiftungskur, regt die Niere an und stärkt die Leber.

Aufgerufen am 25.04.2019 um 04:37 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-fruehlingskraeuter-zum-geniessen-68843374

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