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Urteile nicht rechtskräftig

Haftstrafen für Burschen nach Tankstellen-Überfall

Wegen schweren Raubes und Diebstahls

Landesgericht SALZBURG24/WURZER
Drei Burschen sind nach einem Tankstellen-Überfall in Salzburg am Montag nicht rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. (SYMBOLBILD)

Drei Burschen haben sich am Montag wegen schweren Raubes in Salzburg vor Gericht verantworten müssen. Zwei Brüder im Alter von 19 und 21 Jahren sowie ihr 18-jähriger Freund erbeuteten laut Anklage am 4. November 2020 bei einem Überfall auf eine Tankstelle in Salzburger Stadtteil Schallmoos rund 2.000 Euro. Jetzt wurden alle drei nicht rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Salzburg

Die jungen Salzburger waren geständig und erklärten, dass sie den bewaffneten Überfall auf die Tankstelle unter Alkohol- und Drogeneinfluss verübt hatten.

Mehrjährige Haftstrafen

Nun sind die drei Beschuldigten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der 19-Jährige erhielt fünf Jahre und sein Bruder 6,5 Jahre unbedingte Haft. Der 18-Jährige bekam zweieinhalb Jahre Haft, davon zwei Drittel bedingt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Zahlreiche Vorstrafen

Die Brüder sind bei der Justiz kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der 19-Jährige hat zehn und der 21-Jährige acht Vorstrafen. Wegen Vermögensdelikte fassten sie bereits teilbedingte und unbedingte Haftstrafen aus. "Sie haben die Rückfallvoraussetzungen erfüllt", gab der Vorsitzende des Schöffensenates am Landesgericht Salzburg, Richter Thomas Tovilo-Moik, gleich am Beginn des Prozesses zu bedenken. 

Ex-Mitarbeiter unter Trio

Einhellig gaben die Beschuldigten an, dass der Alkohol- und Drogeneinfluss sie an diesem Tag enthemmt habe und sie die Idee eines Überfalls auch in die Tat umsetzten. "Es ist spontan gewesen", sagte der 19-jährige Erstangeklagte. Allerdings kauften sie sich einige Stunden vor dem Überfall in einem nahegelegenen Einkaufszentrum drei Messer und drei Masken. Dort sollen sie auch Lebensmitteln im Wert von 300 Euro und eine Schaufensterpuppe gestohlen haben, deren Kleidung einer der Täter beim Überfall trug. Zu dem Diebstahlsvorwurf waren die Angeklagten ebenfalls geständig.

Der 19-Jährige hatte bereits am Vormittag des 4. November in der Tankstelle vorbeigeschaut. Er kannte sich aus, denn er hatte dort einige Monate an der Kasse gearbeitet, wie er erzählte. "Es hat mir nicht Spaß gemacht." Bei dem Überfall gegen 21.20 Uhr sei er dann gleich in den Tresorraum gegangen. "Ich habe gewusst, wo die ganzen Sachen sind." Aus dem Tresor habe er aber nichts genommen. "Da waren nur eine kleine Kasse und Autobahnvignetten."

Überfall mit Masken und Messer

Laut Anklage bedrohte der 18-Jährige einen Mitarbeiter der Tankstelle mit einem Messer und steckte die rund 2.000 Euro ein. Erbeutet wurden auch Zigaretten. Auf der Flucht in eine Wohnung verloren die Burschen unterwegs einige Geldscheine. Eine halbe Stunde nach dem Überfall klickten bereits die Handschellen. Die Kriminalpolizei läutete an der Türe, als sie gerade das erbeutete Geld zählten.

Der 21-Jährige soll sich allerdings der Festnahme widersetzt und einen Beamten am Knie verletzt haben. Den Vorwurf der Körperverletzung bestritt der Angeklagte. Er sei gestolpert, als ihn der Polizist in den Würgegriff genommen habe, und auf dessen Bein gefallen. Widerstand habe er erst dann geleistet, als er bereits auf dem Boden gelegen sei. "Ich war in Panik und wollte nicht die Hände nach hinten halten." Über das Trio wurde die Untersuchungshaft verhängt.

Drogenprobleme und Schulden als Motiv?

Der vorsitzende Richter wollte vor allem die Frage nach dem Warum beantwortet haben: "Sie haben acht Vorstrafen, waren schon im Gefängnis, sind wie ihr Bruder erst im September verurteilt worden und haben dann erneut eine Straftat begangen, die alles Bisherige in den Schatten stellt. Das ist für uns alarmierend", sagte er zu dem arbeitslosen 21-Jährigen. Dieser nannte Drogenprobleme und Schulden als Motiv. Der Überfall sei in dem Moment "die Lösung dafür" gewesen.

Sein 19-jähriger Bruder hatte zuvor erklärt, nach dem zahlreichen Konsum von "Benzos" (Benzodiazepine, Anm.) und Marihuana an diesem Tag habe man sich "nicht mehr so unter Kontrolle" gehabt. Die Verteidiger der Brüder betonten, dass sich diese heute bei dem Opfer entschuldigen werden.

Der 18-Jährige, der zuletzt in der Gastronomie tätig war, nannte ebenfalls Drogenprobleme und auch einen falschen Freundeskreis, warum er sich zu der Tat hinreißen ließ. "Er ist durch Drogen auf die schiefe Bahn geraten", erklärte sein Verteidiger und beantragte ein mildes Urteil. Warum er mitgemacht habe, wisse er nicht, sagte der Beschuldigte. "Ich habe nicht nachgedacht. Ich habe einfach mitgetan."

Er sei auch traurig gewesen, weil seine Freundin einen Monat vor der Tat die Beziehung beendet habe, schilderte der 18-Jährige. Zunächst sei es gar nicht sicher gewesen, ob sie den Überfall überhaupt machen wollten. Sie hätten dann "Scheiß drauf" gesagt und es getan. Mit den "Benzos" sei es auch leichter gefallen. Nun wolle er so schnell wie möglich eine Drogentherapie absolvieren. Er sei auch mit einer vom Gericht angeordneten Psychotherapie einverstanden, beteuerte er. 

(Quelle: APA)

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