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Bullen-Boss erzürnt

Super League: "Gier kennt keine Grenzen"

Salzburg-Geschäftsführer Stephan Reiter mit harter Kritik an Spitzenklubs

Die Pläne zur Super League erhitzen die Gemüter. Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg spricht sich entschlossen gegen das Vorhaben der zwölf europäische Spitzenklubs aus.

"Wir haben das mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen", erklärt Geschäftsführer Stephan Reiter am Montag auf SALZBURG24-Anfrage.

Salzburg-Boss Reiter schießt gegen Super League

Der Bullen-Boss geht sogar noch weiter: "Die Solidarität und die Geschlossenheit sollten im Vordergrund stehen. Man sollte sich die Verteilung der Gelder anschauen, damit der europäische Klubfußball weiterhin kompetitiv bestehen kann. So etwas aus dem Boden zu stampfen zeigt, dass die Gier ganz klar im Vordergrund steht und dass der Gier keine Grenzen gesetzt sind."

UEFA brüskiert Apa/Afp
Die UEFA ist von den Plänen zur Super League brüskiert. (SYMBOLBILD)

Topclubs wollen Superliga statt Champions League

Die Schwergewichte des europäischen Fußballs machen Ernst. Zwölf Top-Clubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen. Das teilten mehrere Clubs wie der englische …

Super League-Pläne "klar zu verurteilen"

Laut Reiter würde der Weg des Fußballs in eine komplett falsche Richtung gehen. Auf der anderen Seite wäre es eine Chance, sich "den ganz Großen und Mächtigen sowie dem Diktat zu entziehen". Der Bullen-Boss spricht zudem von einem "Wake-Up-Call", dass alle Ligen geschlossen zusammenrücken und nicht dagegen vorgehen, sondern die Super League einfach Super League sein lassen sollen, aber die Pläne ganz klar zu verurteilen sind. "Auf der anderen Seite könnte man an anderen Konzepten arbeiten", fügt Reiter an.

 

Bullen-Chef vertritt Meinung der deutschen Top-Klubs

Reiter habe großen Respekt vor den deutschen Klubs wie Bayern München und Borussia Dortmund sowie vom französischen Meister Paris Saint-Germain, dass sie sich ganz klar davon distanzieren.

"Wenn die großen Klubs der Überzeugung sind, dass sie den Weg gehen sollen, sollen sie das tun. Ich bin nicht der Überzeugung, dass es der richtige ist", betonte Salzburgs Geschäftsführer. Salzburgs Trainer Jesse Marsch schlägt in die gleiche Kerbe: "Wenn die Motivation im Sport nur Geld ist, ist es sehr schade – für die Fans und die Sportler."

Marsch hofft auf Schutz der UEFA

Die Gruppenphase der Champions League sei für Marsch sehr spannend. "Nicht einfach für die kleinen Vereine, aber sehr interessant für alle in Europa. Ich hoffe, dass die UEFA und alle die Situation jetzt schützen werden. Das aktuelle Champions-League-Format ist derzeit sehr, sehr stark und sehr gut für alle", meinte der US-Amerikaner. Mit Salzburg nahm der 47-Jährige zuletzt selbst zweimal in der CL-Gruppenphase teil. Die Gegner Liverpool (2019/20) und Atletico Madrid (2020/21) gehören nun zu den Gründern der Superliga.

Marsch zog einen Vergleich zur Weltmeisterschaft. "Wenn wir sagen, dass die WM nur mit Argentinien, Brasilien, Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien und England gespielt wird – das ist nicht so interessant für uns als Fans", sagte er. "Für mich ist David gegen Goliath immer ein Thema im europäischen Fußball." Offensivspieler Karim Adeyemi stimmte seinem Trainer zu. "Die Champions League ist für jeden ein Phänomen. Gerade für kleinere Clubs ist es eine Chance, gegen solche Vereine zu spielen. Es ist besser, mit der Champions League weiterzumachen", betonte der 19-Jährige.

Karim_Adeyemi_Red_Bull_Salzburg_Trikot SALZBURG24/Andonov
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UEFA will bei Reform für Champions League bleiben

Auch nach der Ankündigung von zwölf Topklubs aus England, Spanien und Italien über die Gründung einer eigenen Super League will die Europäische Fußball-Union an der Reform der Champions League festhalten. Ab der Saison 2024/25 sollen 36 statt bisher 32 Teams an der Gruppenphase teilnehmen. Der bevorstehende Beschluss des UEFA-Exekutivkomitees in Montreux wurde allerdings von den Plänen zur Gründung der Superliga überschattet.

Die neue Liga stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der UEFA, die diese Pläne wie auch der Weltverband FIFA und etliche nationale Ligen und Verbände bereits scharf kritisiert hat.

(Quelle: SALZBURG24)

Topclubs wollen Superliga statt Champions League

UEFA brüskiert Apa/Afp
Die UEFA ist von den Plänen zur Super League brüskiert. (SYMBOLBILD)

Die Schwergewichte des europäischen Fußballs machen Ernst. Zwölf Top-Clubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen. Das teilten mehrere Clubs wie der englische Meister FC Liverpool in der Nacht auf Montag mit. Deutsche und französische Vereine schlossen sich dem Bündnis bisher nicht an.

Die Ankündigung der Liga, die in der von ihren Gründungsclubs verbreiteten Mitteilung zunächst sowohl "European Super League" und "Super League" genannt wurde, kam unmittelbar vor der bevorstehenden Exekutivsitzung der Europäischen Fußball-Union am Montag. Da will die UEFA die Aufstockung der Königsklasse von 32 auf 36 Teilnehmer und die Einführung eines neuen Modus beschließen. Dieser soll von der Saison 2024/25 an gelten.

Doch die europäischen Top-Clubs haben andere Pläne. Neben Liverpool gehören die weiteren Premier-League-Vereine Manchester City, Manchester United, FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur sowie die spanischen Spitzenvereine Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie das italienische Trio Juventus Turin, AC und Inter Mailand der Vereinigung an. Drei weitere Vereine sollen noch hinzustoßen. Die Teams kündigten Gespräche mit der UEFA und dem Weltverband FIFA an.

Exklusive Super League geplant

"Wir werden dem Fußball auf jedem Level helfen und ihn zu seinem rechtmäßigen Platz in der Welt bringen. Fußball ist der einzige globale Sport auf der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans und unsere Verantwortung als große Clubs ist es, auf deren Begehrlichkeiten zu reagieren", wurde Real-Boss Florentino Perez zitiert, der Vorsitzender sein soll.

 

Unmittelbar nach der Publikation der Pläne verschickte die FIFA eine Stellungnahme, in der sie die neue Liga zwar nicht direkt erwähnte, aber dennoch ihre "Missbilligung" zum Ausdruck brachte über alle Pläne, die die "Grundprinzipien Solidarität, Inklusivität, Integrität und gleichberechtigte finanzielle Umverteilung" nicht widerspiegeln.

UEFA stößt scharfe Drohung aus

Geplant ist eine Superliga mit 20 Vereinen, fünf sollen dabei über einen Qualifikations-Mechanismus dazustoßen. Die Spiele sollen unter der Woche stattfinden. Es sind zwei Zehner-Gruppen geplant, der Sieger soll dann über K.o.-Spiele ermittelt werden. Den Gründungsvereinen sollen zunächst 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Die Vereine wollen auch Solidaritätszahlungen leisten.

Die Pläne einer Superliga waren am Sonntag bereits durchgesickert und hatten für große Kritik gesorgt. Die Europäische Fußball-Union UEFA und die nationalen Ligen reagierten wenig später mit einer scharfen Drohung. Die Vereine würden von allen weiteren Wettbewerben ausgeschlossen, ihre Spieler dürften nicht mehr für Nationalteams auflaufen, teilte die UEFA mit. Dies hatten in der Vergangenheit bereits auch der Weltverband FIFA und die weiteren Kontinentalverbände angekündigt.

BVB und Bayern nicht an Plänen beteiligt

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern und Borussia Dortmund sind nicht an den Plänen beteiligt - wie auch der französische Champion Paris Saint-Germain. "Wir danken den Clubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Clubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen", hieß es in einer UEFA-Mitteilung am Sonntagabend.

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, sagte der UEFA am Sonntagabend Unterstützung zu. "Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Top-Clubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben", äußerte Seifert. "Es wäre insbesondere unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf die Weise irreparabel zu beschädigen."

Dem pflichtete DFB-Vize Roland Koch bei: "Genug ist genug. Ich unterstütze zu 100 Prozent die Position der UEFA. Viel zu lange ist dem Treiben einiger weniger europäischer Großklubs zugesehen worden", schrieb Koch als Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees in einer Stellungnahme. Fußball basiere auf offenen sportlichen Wettbewerben. "Wer das nicht anerkennt, wird mit seinen Fans, Spielern und Teams aus allen Stockwerken des Weltfußballhauses ausziehen müssen", so Rainer Koch.

Beim DFB hieß es: "Jeder Verein wird sich entscheiden müssen, ob er Teil des solidarisch organisierten Gesamtfußballs bleiben oder ausschließlich egoistische Eigeninteressen außerhalb der UEFA und der nationalen Fußballverbände verfolgen möchte."

Scharfe Kritik an Superliga

Die englische Premier League warnte am Sonntag ihre Clubs vor dem Beitritt in eine Superliga und verwies auf die Statuten, die genau das verhindern sollen. Sogar der britische Premierminister Boris Johnson schaltete sich in die Diskussion ein und nannte die Superliga-Pläne als "schädlich" für den Fußball. Sie würden das Herz des nationalen Fußballs treffen und die Fans im ganzen Land betreffen, schrieb Johnson auf Twitter.

Scharfe Kritik gab es vom europäischen Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE). "Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fußballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat", heißt es in einer Erklärung am Sonntag. "Diese Pläne sind von Grund auf illegitim, unverantwortlich und gegen jeglichen Wettbewerb. Mehr noch, sie werden ausschließlich aus Gier vorangetrieben."

UEFA tagt zu Champions-League-Reform

Das UEFA-Exekutivkomitee will eigentlich am Montag über eine Reform der Königsklasse abstimmen. Zwei der vier neuen Plätze sollen dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben werden. Stattdessen sollen die Platzierungen der Vereine in der UEFA-Fünfjahreswertung ausschlaggebend sein. Dies war ein Wunsch der mächtigen Club-Vereinigung ECA gewesen, die mit zwei Vertretern in der Exekutive des Kontinentalverbands sitzt.

Am Freitag war von einem Konsens zwischen der ECA und der UEFA-Kommission für Clubwettbewerbe (CCC) über die Details berichtet worden. Der Beschluss schien deshalb Formsache. Die Gründung einer Superliga war in den vergangenen Jahren immer dann ins Gespräch gebracht worden, wenn es um die Verteilung der TV-Gelder im Europapokal ging.

Aufgerufen am 12.05.2021 um 11:55 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-boss-stephan-reiter-schiesst-gegen-super-league-102651886

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