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Salzburger Spion

Haftbefehl gegen russischen Offizier

Hohe Geldbeträge für Salzburger

20141003_PD5829.HR.jpg APA/Herbert Pfarrhofer/Archiv
Der Offizier soll Österreich über 20 Jahre lang ausspioniert haben. (Symbolbild)

Im Fall des Salzburger Ex-Spions, der 20 Jahre lang Informationen an Russland weitergegeben haben soll, gibt es neue Entwicklungen: Die Polizei sucht nun per internationalem Haftbefehl einen russischen Führungsoffizier.

Aufgrund der Ermittlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) hat die Staatsanwaltschaft Salzburg die Festnahme und Ausschreibung eines 65-jährigen Führungsoffiziers angeordnet. Der Mann soll im russischen Militärgeheimdienste „Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije“ (GRU bzw. nunmehr auch GU) tätig gewesen sein.

Führungsoffizier soll Salzburger angestiftet haben

Er wird verdächtigt, den 70-jährigen Bundesheer-Offizier außer Dienst zum Betreiben eines geheimen Nachrichtendienstes zum Nachteil Österreichs, des Verrats von Staatsgeheimnissen und der vorsätzlichen Preisgabe militärischer Geheimnisse angeleitet zu haben. Das berichtet die Polizei Salzburg in einer Aussendung am Donnerstag.

Salzburger Spion erhält 30.000 Euro bei Treffen

Im Zuge von Ermittlung eines ausländischen Dienstes wurde offenbar ein Treffen zwischen dem Bundesheer-Spion und dem russischen Führungsoffizier beobachtet. Bei diesem Treffen sollen dem Österreicher im Gegenzug für die Preisgabe von Informationen nahezu 30.000 Euro in bar übergeben worden sein.

Informationen zu Aufgabenstellungen und Waffensystem weitergegeben

Spätestens nach seinem ersten bekannten Kontakt im Jahr 1987 soll der Oberst im Dienste des russischen Militärgeheimdienstes gestanden und seinen Führungsoffizier mit umfassenden Informationen versorgt haben. Dabei soll es sich um Belange des militärischen Spektrums des Bundesheeres handeln, insbesondere ging es wohl um Informationen über Waffensysteme und Aufgabenstellungen der Land- und Luftstreitkräfte.

Hochkomplexe Spionage-Kommunikation

Für die länderübergreifenden Spionagetätigkeiten bedienten sich die beiden Offiziere neben dem Agentenführungsfunk auch einer hochkomplexen Satelliten-Kommunikation. Zudem sollen weitere Spionagetechniken, welche einer regelmäßigen Ausbildung des Spions sowie einer dementsprechenden Anleitung durch den Führungsoffizier bedurften, angewandt worden sein. Durch Sonderermittlungstechniken gelang es dem LVT Salzburg nun, dies zu analysieren und die Geräte auszuwerten.

Salzburger konnte wohl mehrere hunderttausend Euro lukrieren

Die Spionagetätigkeiten des 70-jährigen Salzburgers setzten sich über seine aktive Dienstzeit im Österreichischen Bundesheer hinaus fort und führten dazu, dass er für seinen jahrzehntelangen Einsatz insgesamt mehrere hunderttausend Euro lukrieren konnte. Eine Vermögenssicherung zur Sicherstellung der Abschöpfung wurde bereits vorgenommen, heißt es in der Aussendung.

Spion sitzt weiter in U-Haft

Der beschuldigte 70-Jährige befindet sich nach wie vor in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft. Er schweige zu den nunmehr erhobenen Tatvorwürfen, Fakten und Ermittlungsergebnissen.

Schwierige Ermittlungen

Aus Gründen der nationalen Sicherheit gestalteten sich die Ermittlungen der Salzburger Sicherheits- und Justizbehörden besonders herausfordernd. Die weiterführenden Ermittlungen des LVT Salzburg werden in ständigem Kontakt sowie Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft Salzburg geführt.

(Quelle: SALZBURG24)

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