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Nach 142 Jahren

Salzburger Traditions-Unternehmen Nagy schließt

Lebkuchen- und Kerzenmanufaktur vor endgültigem Aus

Nagy Lebkuchen- & Kerzenmanufaktur Nagy Lebkuchen- & Kerzenmanufaktur
Mehr als 130 Jahre befand sich die Lebkuchen- und Kerzenmanufaktur in der Linzergasse, das Bild zeigt das Geschäft im Jahr 1920.

Die Salzburger Lebkuchen- und Kerzenmanufaktur Nagy schließt nach 142 Jahren. Das Traditions-Unternehmen hatte zuletzt seinen Verkaufs- und Produktionsstandort in der Sterneckstraße in der Stadt Salzburg.

Salzburg

Seit 142 Jahren beschäftigt man sich bei der Lebkuchen- & Kerzenmanufaktur Nagy mit dem Herstellen von Kerzen und der Produktion von handgemachten Honiglebkuchen. Nun steht der Salzburger Handwerksbetrieb, der sich mehr als 130 Jahre in der Linzergasse befand und heute einen Verkaufs- und Produktionsstandort in der Sterneckstraße hat, vor dem endgültigen Aus.

Abverkauf bei Traditions-Unternehmen Nagy

Wolfgang Svoboda und seine Schwestern Elisabeth und Gabriela, die das Familienunternehmen bereits in der fünften Generation führen, haben sich gemeinsam und schweren Herzens zur Betriebsschließung entschlossen. Ein Hauptgrund dafür ist: Zwei der drei Geschwister sind oder stehen kurz vor der Pension und es gibt in der Familie keine Nachfolger, die die Manufaktur in der nächsten Generation übernehmen möchten. Die Nachkommen des Geschwister-Trios - zwei Töchter und drei Söhne - haben sich schon vor langer Zeit für andere Ausbildungen und berufliche Wege entschieden.

Der Großhandel und die Produktion der Manufaktur Nagy, in der jährlich rund drei Tonnen Lebkuchen hergestellt sowie fünf Tonnen Paraffin zu Kerzen verarbeitet wurden, soll mit Ende Juni geschlossen werden. Im Juli und August findet ein Abverkauf der restlichen Ware statt.

Suche nach neuen Besitzern

Die Eigentümer würden das Unternehmen gerne an neue Besitzer weitergeben. Zumindest die Tradition der „Salzburger Honiglebkuchen“ soll durch die Hand- und Feinbäckerei Alois Essl fortgeführt werden. Ebenso gibt es Interessenten, die den österreichweiten Großhandel mit Kerzen übernehmen möchten.

Wenig Wertschätzung für Handarbeit

Svoboda sieht auch weitere Gründe, warum es für einen reinen Handwerksbetrieb immer schwieriger ist zu überleben. "Es gibt immer weniger Fachgeschäfte und der Trend zum Online-Shopping mit den vielen Angeboten der Massenproduktion ist einfach zu stark. Obwohl aktuell eine leichte Gegenbewegung zu erkennen ist, schätzen viel zu wenige Menschen die Handarbeit". Ein Problem, das während der Pandemie aufgetreten ist: "Es scheint so, als ob der Kerzenrohstoff Paraffin ausverkauft ist. Weltweit ist es aktuell sehr schwierig, den Rohstoff in ausreichender Menge und zu einem vernünftigen Preis zu beziehen. Einige Einkaufspreise haben sich seit Jahresbeginn verdoppelt", weiß Svoboda.

Darum Kerzen und Lebkuchen

Das Handwerk Lebzelten und Wachsziehen hat eine lange Tradition und zählt zu den ältesten Handwerksberufen. Heute gibt es in Österreich nur sehr wenige Unternehmen, die das Wachsziehen und die Lebkuchenbäckerei noch in Handarbeit praktizieren. Warum das traditionelle Gewerbe der Lebzelterei und Wachszieherei gemeinsam ausgeübt wird, ist einfach erklärt: Für beide Produkte wird ein Rohstoff, der von den Bienen stammt, verwendet. Honig für die Lebkuchen und Bienenwachs für die Kerzen.

(Quelle: SALZBURG24)

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