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Salzburger Hausberg

In 12 Minuten per Sessellift auf den Gaisberg

Liftanlage gab es bis 1972

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Im Einzel-Sessellift konnten ab 1954 240 Personen pro Stunde auf den Gaisberg befördert werden.

Der Gaisberg steht bei den Salzburgern hoch im Kurs: An einem schönen Wochenende platzt der Hausberg ob seiner Besucher aus allen Nähten, weshalb nun Pläne für einen Lift auf den Gaisberg die Runde machen. Dabei gab es einen solchen Lift schon ab dem Jahr 1954, wie ein Blick ins Stadtarchiv zeigt.

Salzburg

Bis zum Jahr 1972 gab es einen Sessellift auf den Gaisberg. Die erste Fahrt damit fand bereits am 22. Mai 1954 statt. Ausgangspunkt war damals im Salzburger Stadtteil Parsch, der Lift führte die Gäste dann auf einer Länge von 1.193 Metern innerhalb von zwölf Minuten zur 259 Meter höher gelegenen Judenbergalm beim Hotel Kobenzl. In den 96 Einzelsesseln konnten damals 240 Personen innerhalb einer Stunde auf den Gaisberg befördert werden, was damals eine stolze Errungenschaft darstellte. Im Jahr 1961 übernahm die Stadtgemeinde Salzburg die Liftanlage und übertrug die Betriebsführung an die Untersbergseilbahn AG.

Anfangs Zuwächse bei Fahrgastzahlen

Vier Jahre später gingen Eigentum und Betreuung an die Salzburger Stadtwerke über. Anfangs konnten noch Zuwächse bei den Fahrgastzahlen verzeichnet werden. Im Jahr 1961 nutzten 48.000 Gäste den Lift, 1963 waren es gar 58.000. Daraufhin folgte eine Talfahrt, die man anfangs glaubte, durch Investitionen bremsen zu können. Ein Unfall, bei dem aufgrund von Materialabnützung zwei Menschen schwer verletzt wurden, tat sein Übriges zur Situation.

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Endstation war auf der Judenbergalm beim Hotel Kobenzl.

Gaisberg-Sessellift soll verlängert werden

1968 wurde dann überlegt, die Liftanlage um eine zweite Sektion bis zur Zistelwiese zu verlängern und so die Attraktivität zu erhöhen. Mit dieser Vorstellung einher ging auch die Idee eines Gaisberg-Rundwanderweges, der über diese erweiterte Strecke besser erreichbar gewesen wäre. Außerdem gab es Pläne, eine Skipiste von der Zistelalm zur Judenbergalm einzurichten.

Liftanlage wird verkauft

Von diesen Ideen blieb letztlich nur der Gaisberg-Rundwanderweg übrig. Im Jahr 1971 entschied sich der Stadtsenat, nachdem das jährliche Defizit von damals 300.000 Schilling (das entspricht umgerechnet etwa 21.800 Euro) erreicht wurde, den Sessellift an die damaligen Eigentümer des Hotel Kobenzl zu verkaufen. Doch auch die neuen Eigentümer hatten Probleme mit der Anlage: Per Gesetz wurde die Einstellung eines Betriebsleiters und eines Stellvertreters gefordert, ein Umstand, der aufgrund der schlechten Ertragslage nicht zu erfüllen war. Die Skiabfahrt kam aufgrund der fehlenden Einverständnisse der betroffenen Grundbesitzer nicht zustande.

Neuer Aufwind für Gaisberg-Lift?

Ende August 1972 wurde der Liftbetrieb dann endgültig eingestellt. Die aktuelle Diskussion rund um einen Besucherandrang auf den Gaisberg hat der Idee einer Liftanalge allerdings neuen Aufwind verliehen. Möglicherweise gibt es also schon bald wieder einen Lift auf den Salzburger Hausberg.

(Quelle: SALZBURG24)

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