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Tipps im Überblick

Warum Eichhörnchen unsere Hilfe brauchen

Kleine Nager vom Klimawandel gebeutelt

Eichhörnchen, SB APA/GEORG HOCHMUTH
(SYMBOLBILD)

Ihre aktive Zeit hat mit dem Spätsommer wieder begonnen: Eichhörnchen sammeln eifrig Nüsse und Samen und verstecken ihre Ernte in ihren zahlreichen Nahrungsdepots. Zuhause sind sie in Salzburgs Wäldern, aber auch Parkanlagen, Friedhöfen und Gärten. Der Klimawandel verändert auch die Lebensweise der kleinen Nager – warum und wie ihr helfen könnt, lest ihr hier.

Eichhörnchen sind im ganzen Land verbreitet, wie hoch der Bestand genau ist, ist jedoch unklar. Klar ist: Die durch die globale Erwärmung bedingten kürzeren Winter verändern Bestand und Lebensweise der quirligen Waldbewohner.

Wie Eichhörnchen unter dem Klimawandel leiden

Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, schlägt sich der Klimawandel bereits im Erbgut kleiner Tierarten mit kurzer Lebensspanne nieder. So würden Eichhörnchen früher im Jahr Nachwuchs bekommen als sonst und der schnellere Stoffwechsel – bedingt durch die wärmeren Temperaturen – lässt auch den Kalorienverbrauch der kleinen Nager merklich ansteigen. Gleichzeitig sind Nüsse und Samen durch die Trockenheit entweder vertrocknet vom Baum gefallen oder komplett verkümmert, zu wenig Nahrung ist vorhanden. Und gerade in den Städten ist das Nahrungsangebot oft begrenzt, was das Überleben der Tiere zudem gefährdet.

Eichhörnchen richtig füttern

Eichhörnchen brauchen also manchmal etwas Hilfe, um gut durch den Winter zu kommen. So finden sie im Herbst häufig nicht mehr genug Nahrung für ihren Wintervorrat. Wenn du deinen kleinen Nager im Garten mit Futter versorgen möchtest, dann am besten mit Haselnüssen, Walnüssen, getrockneten Maiskörnern, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen, Rosinen, Gurken und Karotten. Mittlerweile gibt es auch schon fertige Futtermischungen für Eichhörnchen im Handel zu kaufen. Das Futter solltest du am besten vor anderen Tieren geschützt aufbewahren, idealerweise in einem Futterautomat oder in einem Vogelhäuschen am Baum.

Ein Zuhause fürs Eichhörnchen

Eichhörnchen bauen ihre Nester – Kobel genannt – hoch oben in den Zweigen der Bäume. Hier bringen sie nicht nur ihre Jungen zu Welt, sondern verbringen auch die Winterruhe. Wenn du Eichhörnchen in deinen Garten locken möchtest, kannst du ihm ein Zuhause anbieten. Im Internet und auch auf Youtube gibt es zahlreiche Anleitungen, wie du einen Kobel schnell und einfach bauen kannst.

Eichhörnchen sichern

Immer wieder kommt es leider vor, dass Eichhörnchen in heimischen Gärten in den Regentonnen ertrinken. So empfiehlt es sich jedenfalls die Tonne abzusichern oder alternativ eine Ausstiegshilfe, wie etwa einen herausragenden Ast, für das hineingefallene Tier zu schaffen.

Eichhörnchen gefunden – was tun?

Wenn du ein verletztes, junges oder schwaches Eichhörnchen findest, ist es zu nächst wichtig, das Tier zu beobachten, die Situation abzuschätzen und herauszufinden, ob noch andere Tiere in der Nähe sind.

Wenn ein Eichhörnchen Hilfe braucht, erkennst du das daran, dass es sich leicht einfangen lässt. Sollte dir ein kleines Tier sogar hinterherlaufen, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um ein verwaistes Jungtier, das dringend Hilfe braucht. Denn die Eichhörnchen-Babys haben häufig durch Baumfällarbeiten ihren Kobel oder gar ihre Mutter verloren.

Ein paar Tipps im Überblick:

  • Entgegen dem Irrglauben, Eichhörnchen-Babys würden nach dem Kontakt mit Menschen von der Mutter verstoßen werden, darf man die Jungtiere auf die Hand nehmen.
  • Eichhörnchen sind Fluchttiere und haben scharfe Krallen und Zähne, die sie zur Verteidigung einsetzen. Darum behutsam mit einem Handtuch aufnehmen.
  • Jungtiere auf jeden Fall warm halten, gerade Findelkinder sind meistens unterkühlt.
  • Suche einen ruhigen und warmen Ort, an dem sich das Eichhörnchen erholen kann. In einer kuscheligen Decke können die Tiere sich verstecken und zu Kräften kommen.
  • Eichhörnchen haben weder Tollwut noch andere übertragbare Krankheiten, die dem Menschen schaden könnten.
  • Verletzte Tiere und Eichhörnchen-Junge nicht liegen lassen, sondern einen Tierarzt oder die nächste Auffangstation verständigen und das Tier gegebenenfalls dorthin bringen. In Salzburg gibt es etwa die Auffangstation von Carmen Haslinger.
(Quelle: SALZBURG24)

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