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Online vs. Geschäft

Wie sich unser Weihnachts-Shopping verändert

Salzburgs Händler hoffen auf "Boost"

Weihnachtsgeschenk APA/dpa/Caroline Seidel
Händler hoffen auf eine umsatzstarke Vorweihnachtszeit, der erste Adventsamstag fällt heuer auf den 28. November. 

Rund 30 Prozent der Weihnachtseinkäufe werden laut Wirtschaftskammer Salzburg schon im November erledigt. Corona hat das Weihnachtsgeschäft fest im Griff. Wir haben für euch nachgefragt, was sich dadurch beim Weihnachts-Shopping ändert und welche Trends es heuer gibt.

Der Online-Handel boomt – das ist kein Geheimnis. Sechs von zehn Österreichern kaufen mittlerweile laut einer Online-Umfrage mindestens einmal im Monat im Internet Produkte oder Dienstleistungen. Offensichtlich war die Corona-Krise ein Turbo für den Online-Handel. 22 Prozent gaben bei der Umfrage an, während der Pandemie mehr im Web zu shoppen, bei den Unter-30-Jährigen waren es sogar drei von zehn. Gleichzeitig ergab eine Studie des Linzer Market-Instituts, dass 65 Prozent der Befragten den stationären Handel noch immer als wichtig empfinden.

 

Angst vor erneutem Lockdown

In der Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Salzburg gehen derweil immer wieder Anfragen rund um das Thema Weihnachtsgeschenke-Shopping ein, erklärt Konsumentenschützerin Claudia Bohl im Gespräch mit SALZBURG24. Sie vermutet, dass viele Kunden einen erneuten Total-Lockdown befürchten, bei dem auch der Handel wieder komplett dicht machen muss. Deshalb bestellen viele Salzburger schon jetzt ihre Geschenke online.

Einrichtung wird jetzt häufig online geshoppt

Gekauft werden online einerseits die Klassiker wie Elektrogeräte oder Kleidung. Andererseits schlagen immer mehr Salzburger bei Einrichtungsgegenständen zu. Hier kommt es aber häufiger zu Problemen, da die Ware nicht getestet werden kann, erklärt Bohl: „Wenn man online ein Sofa bestellt, kann man nicht fühlen, wie das Material ist. Außerdem ist der Rückversand häufig mit viel Aufwand verbunden. Wenn eine Spedition zum Beispiel mit der Lieferung beauftragt ist, kann es sein, dass der Käufer die Rücksendekosten zahlen muss.“ Hier sollte man sich auf jeden Fall schon im Vorhinein über die Rücksendemodalitäten erkundigen.

Immer mehr Lebensmittelbestellungen via Internet

Der zweite erkennbare Trend ist, dass immer mehr Lebensmittel im Internet bestellt werden. Als Weihnachtsgeschenk bieten sich hier etwa Lebkuchen oder Kekse an. „Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man heuer Fisch, wie zum Beispiel Lachs, online bestellt. Bei verderblicher Ware hat man allerdings keinen Rücktrittsanspruch“, so Bohl.

 

Mehr Ältere nutzen Onlinehandel

Üblicherweise kauft vor allem die jüngere Generation im Netz ein. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie nutzen aber immer mehr Ältere die Möglichkeit, online einzukaufen. Bohl vermutet, dass sich vor allem jene, die der Risikogruppe angehören, schützen möchten und sich lieber von dicht gedrängten Geschäften fernhalten.

Achtung vor Betrugs-Websites

Generell empfiehlt die Konsumentenschützerin, auch online möglichst lokal einzukaufen, um die heimischen Händler zu unterstützen. Besondere Vorsicht ist bei Elektrogeräten und Markenkleidung geboten. „Hier gibt es zahlreiche betrügerische Websites. Wenn man nicht bei einem lokalen Händler kauft, sollte man wenigstens auf das Impressum achten. Häufig sind diese Betrugsunternehmen in anderen Ländern, wie etwa in China, gemeldet. Die Rechtslage dort ist anders und Rechtsansprüche gegen die jeweiligen Firmen sind dann oft kaum durchsetzbar“, erklärt Bohl.

Gutscheine, um heimischen Handel zu unterstützen

Es liege nun an den Händlern, aus Einmalkunden Stammkunden zu machen und den während des ersten Lockdowns entstandenen Boom, auch bei kleinen Händlern online zu kaufen, zu halten. Wer heimische Geschäfte unterstützen möchte, die keine Online-Bestellmöglichkeit anbieten, oder man nicht ins Geschäft gehen kann oder will, könnte heuer vermehrt Gutscheine verschenken.

Der Vorteil ist dabei, dass diese auch erst eingelöst werden können, wenn sich die Corona-Situation wieder beruhigt hat, erklärt der für den Handel zuständige Spartengeschäftsführer der Salzburger Wirtschaftskammer, Johann Höflmaier im Gespräch mit S24.

Einkaufserlebnis mit Weihnachtsambiente trotz Corona

Das Weihnachtsgeschäft wäre ein guter „Boost“ für die heimische Wirtschaft, so Höflmaier. Trotz der aktuell schwierigen Lage blickt Höflmaier auch optimistisch in Richtung Weihnachtsfest: „Wir können kann Corona nicht wegzaubern, aber wenn wir die Regeln einhalten, gibt es auch ein geordnetes Weihnachtsgeschäft. Selbst wenn das Christkind heuer eine Maske trägt, wird unser Weihnachtsfest nicht weniger schön.“

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 06.08.2021 um 05:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/weihnachts-shopping-geschaefte-hoffen-auf-boost-95523556

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