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Jaissle coachte Bullen vom Wohnzimmer aus zum Sieg

Adeyemi bleibt bis Sommer in Salzburg

Kein Trainer, kein Problem! Red Bull Salzburg besiegte Austria Wien auch ohne den an Corona erkrankten Coach Matthias Jaissle auswärts 1:0.

12. Sieg im 14. Spiel und weiter ungeschlagen: Red Bull Salzburg hat auch ohne den erkrankten Cheftrainer Matthias Jaissle in der Fußball-Bundesliga reüssieren können. Mit dem 1:0 bei der Wiener Austria kehrte der Serienmeister nach der ersten Pflichtspiel-Saisonniederlage am Dienstag in der Champions League beim VfL Wolfsburg (1:2) gleich wieder auf die Siegerstraße zurück. Der Weg dorthin war aber holprig, die Gastgeber hätten sich einen Punkt verdient.

Meldungsliste(8)_4.jpg APA/HERBERT NEUBAUER
Die Admiral Bundesliga-Begegnung zwischen FK Austria Wien und Red Bull Salzburg in Wien. 

Salzburger setzen Siegesserie erfolgreich fort

Red Bull Salzburg hat sich von der ersten Pflichtspiel-Saisonniederlage nicht außer Tritt bringen lassen. Der Serienmeister kehrte vier Tage nach dem 1:2 beim VfL Wolfsburg in der Champions League …

Bullen feiern "Arbeitssieg"

"Es war ein richtiger Arbeitssieg und ein wichtiger, weil die ganze Woche nicht einfach war", betonte Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund. Vor einer Woche hatte sein Team in Ried ein spätes 2:2 kassiert und einen Sieg hergeschenkt, am Dienstag folgte statt dem vorzeitigen Aufstieg in der "Königsklasse" die erste Niederlage unter Jaissle. Der Deutsche wurde dann positiv auf Corona getestet und ist dieser Tage zum Zuschauen gezwungen. "Es war viel, was auf die Mannschaft eingeprasselt ist, darum war die erste Halbzeit nicht so optimal", wagte Freund einen Erklärungsversuch.

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Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Samstag, 6. November 2021

Sein Team habe da was Energie und Intensität betrifft zu wenig gezeigt, zudem habe man die zweiten Bälle nicht gewonnen, zu leichte Fehler gemacht und im Umschaltspiel nicht überzeugen können. "Zweite Halbzeit war klar besser. Es ist auch ein Zeichen von Entwicklung und Reifungsprozess, dass die Spieler ruhig geblieben und besser geworden sind", resümierte der 44-Jährige. Als "Joker" stach mit Karim Adeyemi, der bis zur 61. Minute geschonte Topstürmer. Der 19-Jährige war nur vier Minuten nach seiner Einwechslung mit der zweiten Ballberührung erfolgreich.

Adeyemi schießt Bullen zum Sieg

"Wenn man so nachlegen kann, ist das schon ein Vorteil", war sich Freund bewusst. Adeyemi verbuchte seinen elften Liga-Saisontreffer. Laut Ansicht der Wiener hätte der nicht zählen dürfen, hätte Schiedsrichter Andreas Heiß ein Foul von Assistgeber Andreas Ulmer an Lukas Mühl ahnden müssen. "Es war nur eine leichte, aber ganz klar eine Berührung, mit der er ihn aus der Balance bringt. Für mich ist das ein Foul und daher eine Fehlentscheidung", schilderte Austria-Trainer Manfred Schmid seine Sicht.

"Bleibe bis Sommer"

Nicht alle sahen das so. Salzburg konnte es egal sein. "Wir waren sehr enttäuscht über die Niederlage in Wolfsburg, deshalb war das Ergebnis sehr wichtig, um gleich wieder ein Statement zu setzen", sagte Adeyemi. Die drei Punkte seien nach "schwierigen" Tagen, alles was zählt. Noch wichtiger als sein Tor war für die Salzburger Fans eine Aussage. "Mein Kopf ist hier in Salzburg, ich bleibe bis Sommer", verlautete Adeyemi.

Das freute auch Freund, der als Unterstützung auf der Bank saß. Als Haupttrainer fungierte der 31-jährige Florens Koch, wie Alexander Hauser Co-Trainer unter Jaissle. "Wir haben alle Kräfte gebündelt, es hat gut geklappt", so Freund.

Jaissle im Home Office

Jaissle selbst hatte aber aus der Ferne seine Finger im Spiel. Schon vor der Partie gab es eine Videobotschaft, auch während der mehr als 90 Minuten war Salzburgs Chefcoach im Eigenheim nicht untätig. "Er war mit den Analysten verbunden. Er war zur Pause auch nicht zufrieden und jetzt ist er sehr happy, dass wir einen wichtigen Sieg erringen konnten", gab Freund Einblick. Aus gesundheitlicher Sicht gehe es Jaissle ganz gut, er habe nur milde Symptome. Ob der Chefcoach geimpft ist oder nicht, wollte Salzburg nicht bekanntgeben.

Die Hoffnung im Lager des klaren Tabellenführers ist, dass es sich nur um einen Einzelfall handelt. "Wir können uns von der Gesellschaft nicht zusperren. Wir hoffen, dass es sich bei uns nicht ausbreitet. Das Präventionskonzept funktioniert normalerweise gut und daran halten wir uns", sagte Freund.

Austria Wien schöpft Kraft aus Niederlage

Die achtplatzierten Wiener haben momentan keine Corona-Probleme. Trotz der ersten Heimniederlage überwog das Positive. "Wir sind gegen einen Champions-League-Gegner richtig gut aufgetreten. Man darf nicht vergessen, gegen welche Mannschaft wir da gespielt haben und welche Spieler mit welcher Erfahrung bei uns auflaufen", erläuterte Schmid. Aus der Niederlage könne man daher "auf jeden Fall" viel Kraft schöpfen. "Es war ein richtig großer Schritt in die richtige Richtung."

Punkte gab es aber wie beim 0:1 in Wals-Siezenheim im Duell mit dem Ligakrösus - neun der jüngsten zehn Partien wurden verloren - keine. "Wir haben zweimal richtig gut gespielt. Im ersten Match waren wir defensiv gut, diesmal auch offensiv besser vorhanden. Der nächste Step muss sein, solche Spiele so zu gestalten, dass man sie auch gewinnt", schilderte Schmid. In der Offensive gilt es also den Hebel in der Länderspielpause anzusetzen.

Schmid hat den Vorteil, nicht so viele Akteure wie sein Gegenüber abstellen zu müssen. Voraussichtlich 14 "Bullen" gehen auf Nationalteam-Reisen. Darunter sind mit Junior Adamu und Nicolas Seiwald zwei potenzielle ÖFB-A-Team-Debütanten. "Das sind zwei Akademiekinder von uns, das ist eine richtig coole Geschichte für den gesamten Verein", freute sich Freund über die erstmalige Einberufung des Duos.

(Quelle: APA)

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