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Nachwuchs-Karate-Ass

Grujic: "Kämpfe nicht für Medaillen"

Salzburgerin verrät, wann sie den Tränen nahe ist

Aleksandra Grujic kehrte von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Santiago de Chile mit einer Bronzemedaille heim. Im SALZBURG24-Interview spricht das 16 Jahre alte Nachwuchs-Talent über die Motivation zu kämpfen, ihre großen Vorbilder und wie sich Schule und Sport unter einen Hut bringen lassen.

Aller Anfang ist schwer. Oder doch nicht? Aleksandra Grujic (ASKÖ Karate Kara Salzburg/bis 48 kg) scheint das Talent in die Wiege gelegt bekommen zu haben. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren stellt die Mozartstädterin ihre ganze Klasse unter Beweis. Und das auf internationalem Top-Niveau. Grujic zählt neben Junioren-Weltmeisterin Marina Vukovic, einer HAK-Schülerin aus dem Leistungszentrum Pinzgau in Saalfelden, zu den größten Zukunftshoffnungen im heimischen Karate-Sport.

Aleksandra Grujic SALZBURG24/Andonov
Die 16-jährige Salzburgerin Aleksandra Grujic holte bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Santiago de Chile die Bronzemedaille und wird von SSM-Geschäftsführer ​Thomas Wörz (li.) und Landesrat Stefan Schnöll (ÖVP) empfangen.

Aleksandra Grujic im SALZBURG24-Interview

Mit SALZBURG24 spricht die 16-Jährige über ...

... die Auswirkungen der politischen Turbulenzen in Chile:

"Ich habe einen Anruf von meinem Coach erhalten, dass wir eventuell gar nicht zu den Weltmeisterschaften nach Santiago de Chile wegen der dort herrschenden Ausnahmezustände fliegen werden. Mein erster Gedanke war: 'Toll, jetzt habe ich ein halbes Jahr darauf trainiert, um bei den Weltmeisterschaften dort erfolgreich zu sein und nun ist unklar, ob wir überhaupt teilnehmen können.' Ich habe dann aber sofort wieder versucht positiv zu bleiben. Wir sind dann zehn Tage vor den Bewerben hin geflogen und hatten zum Glück überhaupt keine Probleme. Schlussendlich ist es perfekt gelaufen und ich konnte bei den Wettkämpfen abliefern und Bronze holen."

... die Herausforderung, Schule und Sport gemeinsam unter einen Hut zu bekommen:

"Beim SSM (Salzburger Schulsport-Modell) habe ich die unglaubliche Möglichkeit, Schule und Sport unter ein Dach zu bekommen. Die Schule ist für mich wie eine zweite Familie. Ich freue mich jeden Sonntag auf den Montag, weil meine Woche nicht mit Mathe, sondern mit Sport startet. Die Angebote dort sind nicht von dieser Welt."

... den Schritt vom Nachwuchs-Talent zum Weltklasse-Athlet:

"Man muss auf jeden Fall mental extrem stark drauf sein. Aufgrund meines Alters fragen mich viele, ob ich nicht einen zu großen Leistungsdruck verspüre. Aber ich mache den Sport nicht wegen der Medaillen oder so, sondern einfach nur weil Karate mir extrem Spaß macht."

... den Stellenwert der Medaille:

"Natürlich ist es schön, wenn man welche gewinnt und es ist jedes Mal ein unglaubliches Gefühl, wenn ich auf der Matte stehe und die letzten Sekunden runterlaufen. Sobald ich realisiere, dass ich tatsächlich eine gewinne, bin ich immer den Tränen nahe. Meine Medaillen hänge ich im Gang auf, das habe ich mir so angefangen."

... die Reaktion ihrer Freunde nach dem Erfolg:

"Ich habe dann direkt sehr viele Nachrichten von Freunden und Personen gekriegt, von denen ich es mir gar nicht erwartet habe. Das sind schöne Überraschungen."

... ihre Hobbys abseits des Sports:

"Ich verbringe wahnsinnig viel Zeit mit meiner Familie und mit meinem Freund. Die bedeuten mir alles. Meine zweiten Interessen sind Sprachen. Neben meiner Muttersprache Serbisch beherrsche ich auch Deutsch, Französisch, Englisch, ein bisschen Rumänisch und Italienisch."

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Thank you for such an unforgettable night. Love you guys ????????❤️

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... ihr Sprachtalent als zweites Standbein:

"Der Sport ist ja nicht für die Ewigkeit. Die Sprachen helfen mir da sicherlich, aber an erster Stelle will ich Jus studieren. Da ist es sehr praktisch, dass wir Schule mit Matura haben. Ich hoffe, das klappt dann auch."

... ihre Idole:

"An erster Stelle natürlich Alisa Buchinger und Bettina Plank. Das sind unsere Frauen im Karate, die unglaublich erfolgreich waren und es weiter sind. Bei den beiden sieht man, dass sie mit dem Herz kämpfen und das ist mir persönlich auch sehr wichtig."

... ihr ständiges Strahlen im Gesicht:

"Für mich ist das Leben viel zu kurz, um nur das Negative zu sehen und deshalb gehe ich lieber grinsend durchs Leben, anstatt immer zu meckern."

... über die Eliminierung des Karate-Sports aus dem Olympia-Programm 2024:

"Auch das wirft mich nicht aus der Bahn. Auch wenn anfangs gedacht habe, dass es sehr schade ist. Es war und ist immer ein Traum von mir, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aber vielleicht klappt es dann 2028."

Vielen Dank für das Gespräch, Aleksandra.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 04:00 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/salzburger-karateka-aleksandra-grujic-kaempfe-nicht-fuer-medaillen-78740599

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