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Junger Salzburger träumt von großer Ski-Welt

Simon Oberhamberger im Portrait

Den Traum von der großen Ski-Welt haben sicher viele Salzburger Mädchen und Burschen. Simon Oberhamberger ist davon gar nicht so weit entfernt. Doch damit dieser lang gehegte Wunsch nun Realität wird, ordnet der 19-Jährige alles dem Skisport unter. Wir haben uns mit dem jungen Salzburger über das anstehende Hahnenkamm-Rennen, erste Erfahrungen im Europacup und die Vorteile eines Servicemanns unterhalten.

Saalbach-Hinterglemm, Wals-Siezenheim

Obwohl er in der Landeshauptstadt geboren und in Wals-Siezenheim (Flachgau) aufgewachsen ist, verliebte sich Simon Oberhamberger rasch in die verschneiten Gipfel Salzburgs. Denn dank der elterlichen Ferienwohnung in Saalbach (Pinzgau) war der Sportbegeisterte schon als Kind oft am Berg. "Der Sonnenaufgang in der Früh und die grenzenlose Natur sind unglaublich", schwärmt der 19-jährige von der Faszination Skifahren bei seinem Besuch in der SALZBURG24-Redaktion. "Es gibt nichts Schöneres als auf einer frisch gewalzten Piste Schwünge zu ziehen."

Von Salzburg ins Ski-Internat

Der Spross einer skibegeisterte Familie sei bereits zu Kindheitstagen immer gut auf den zwei Brettern gestanden, aber nie Rennen gefahren. "2010 habe ich mich dann für Ski statt Fußball entschieden", erklärt Oberhamberger. Im Alter von zehn Jahren wurde die Leidenschaft zum Skifahren dann endgültig entfacht: "Ich habe im Fernsehen einen Bericht über ein Ski-Internat gesehen und wollte mir sowas auch anschauen." Gemeinsam mit den Eltern ging es also nach Schladming zum Tag der offenen Tür. Als er dort die Aufnahmeprüfung bestanden hat, war klar: "Das ist der Weg, den ich gehen möchte."

Simon Oberhamberger Robert Roschmann

Hauptschule und Handelsschule wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, nun wartet in der Ausbildung des Heeresportlers heuer nur noch der zweite Teil der Berufsreifeprüfung. "Danach geht’s nur noch ums Skifahren", grinst der 19-Jährige, dessen Markenzeichen die ruhige und stabile Fahrweise sind. Bei der Kaderausbildung müssen die Nachwuchsathleten im Sommer am Wochenende in die Schule. Im Herbst finden dann die Prüfungen statt und der Winter ist frei für den Sport. "Seit meinem zehnten Lebensjahr gibt es für mich nur Skifahren und ich beschäftige mich mit nichts anderem. Solange der Traum lebt, möchte ich daran glauben."

Erster Sieg in FIS-Rennen

Nach Erfolgen im Schülerbereich kam Oberhamberger im Jahr 2017 im FIS-Bereich beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) unter. Im vergangenen Oktober feierte der C-Kader-Athlet in der Alpinen Kombination seinen ersten Sieg bei einem FIS-Rennen. Bei seinem ersten Europacup-Rennen verpasste der 19-Jährige am letzten Wochenende den zweiten Lauf in Kirchberg (Tirol). "Ich habe leider zu viele einfache Fehler gemacht. Es war aber eine gute Erfahrung für mich, weil viele Läufer aus dem Weltcup mit dabei waren." Künftig will der 19-Jährige auch im Europacup so fahren, "als wäre es ein Rennen wie jedes andere."

"Meine Stärken sind die Technik-Disziplinen – Slalom und Riesentorlauf finde ich spannend und es macht mir mehr Spaß." Regelmäßig fährt der junge Salzburger auch im Super-G mit. "Beim Speed muss man sich schon sehr viel zutrauen und da sehe ich mich nicht", gibt der 19-Jährige offen zu. Also besser die Finger weg von der berühmtberüchtigten Streif, auf die derzeit die gesamte Ski-Welt staunen wird. Das Hahnenkamm-Wochenende verfolgt er gemütlich auf der Couch vorm Fernseher.

Marcel Hirscher als großes Vorbild

Oberhambergers sportliches Vorbild ist wenig überraschend Marcel Hirscher: "Was der geleistet hat, ist unmenschlich." Aber auch abseits der Skipiste wusste der Superstar seinen Landsmann zu beeindrucken. "Seine Professionalität sollte man sich zum Vorbild nehmen. Das haben in dieser Art und Weise wirklich nicht viele geschafft." In Hirschers ehemaligem Trainingsgebiet auf der Reiteralm tummelt sich auch der Nachwuchsathlet regelmäßig mit seiner neunköpfigen ÖSV-Trainingsgruppe. Die Trainingspiste vor der Haustüre in Saalbach konnte nämlich erst vor kurzem wegen Schneemangels eröffnet werden.

Simon Oberhamberger SALZBURG24/Andonov
Oberhamberger beim Besuch in der SALZBURG24-Redaktion.

Den größten Spaß hat Oberhamberger abseits der Skipiste beim Kraft- und Koordinationstraining. "Ausdauerübungen mache ich weniger gern, aber es gehört eben dazu." Ähnlich ungeliebt ist das Wachsen und Schleifen der Ski. In der Tischlerei seines Vaters kann er selbst Hand an anlegen und tüfteln. "Das nimmt viel Zeit in Anspruch und kann nach einem langen Tag schon sehr anstrengend sein." Dennoch sei es ein befriedigendes Gefühl, wenn man rasch Unterschiede bemerkt, weil das Setup nur ein wenig anders hergerichtet werde.

Gesundheit ist das Wichtigste

Von gröberen Verletzungen blieb das Ski-Ass bislang mehr oder weniger verschont. Oberhamberger erinnert sich: "Vor zwei Jahren habe ich mir den Meniskus eingerissen und die gesamte Saison war dahin." Die Gleitfähigkeit des Kniegelenks ging verloren und erst ein anderer Physiotherapeut konnte Abhilfe schaffen. Entsprechende Rückschlüsse habe er daraus auch ziehen können: Man dürfe nie aufgeben und müsse immer dranbleiben. Denn man wisse ja nie, was passieren könne.

Oberhamberger ist Schladming-Vorläufer

Als seinen bislang größten Erfolg bezeichnet der 19-Jährige die Aufnahme in den ÖSV vor zwei Jahren. Der Verband übernehme anfallende Kosten und nehme den Athleten damit viel ab. "Meine Familie kann ich so ein bisserl entlasten. Sie haben hart dafür gearbeitet, dass ich das überhaupt machen kann." Bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften möchte der Salzburger kommende Woche in den Ötztaler Alpen "um Medaillen mitfahren". Das gleiche hat sich der Technik-Spezialist für die Jugend-WM in Norwegen vorgenommen. Die lange Saison endet Mitte März mit den Staatsmeisterschaften. Davor kann er sich noch selbst ein Bild vom Ski-Spektakel in Schladming machen, schließlich ist er am kommenden Dienstag Vorläufer beim legendären Nachtslalom: "Darauf freue ich mich schon riesig."

Für die Zeit nach dem Sommer hat sich das junge Salzburger Sport-Ass den B-Kader als Ziel gesetzt. "Dann bekomme ich einen Servicemann und muss nicht mehr selbst die Ski herrichten", lacht Oberhamberger.

(Quelle: SALZBURG24)

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