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Andrang auf Bergwelt

Das ist bei Pistentouren zu beachten

Sicherheitsregeln und Schutz der Wildtiere beim Skisport

Skitour, Skitourengehen, SB APA/BARBARA GINDL
Wer auf Pisten mit den Tourenski unterwegs ist, muss sich an ein paar Regeln halten. (SYMBOLBILD)

Der Ansturm auf die Berge wird wohl trotz ersten Schneefalls und (noch) geschlossenen Skigebieten in der heurigen Saison nicht abbrechen. Nicht nur aus Infektionsgründen ist daher heuer besondere Rücksicht gefragt.

Gerade rund um die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel werden besonders viele Skitourengeher erwartet, vor allem auf den Pisten werde wohl mehr los sein als jemals zuvor, prognostizieren alpine Organisationen wie der Alpenverein, die Naturfreunde und die Salzburger Berg- und Skiführer in einer Aussendung. Sie warnen deshalb nicht nur vor sozialen Konflikten, etwa weil einem vor der Nase der Parkplatz weggeschnappt wird, sondern mahnen vor allem Respekt gegenüber der Natur und den eigenen Grenzen ein.

 

Bis zu 600.000 Skitourengeher in Österreich

Laut Alpenverein nimmt die Zahl der Tourengeher jedes Jahr weiter zu: 500.000 bis 600.000 Skitourengeher soll es allein in Österreich geben. „Wir gehen aktuell auch davon aus, dass im kommenden Winter mit bis zu 20 Prozent mehr Tourengehern gerechnet werden kann“, erklärt Clemens Matt, Generalsekretär des Alpenvereins.

20100214_PD6048.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Einfache Skitouren sollten für den Start in die Saison gewählt werden.

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Respekt gegenüber Wildtieren und Natur

Wer auf der Piste unterwegs ist, sollte sich unbedingt an die offiziellen Aufstiegs- und Abfahrtsrouten halten. Das gewährt nicht nur, dass man in überwiegend lawinensicherem Gebiet unterwegs ist, sondern tut Tieren und Wald gut. Wildruhegebiete sowie Aufforstungs- und Jungwuchsflächen kommt man gar nicht erst zu nahe, ergo können Wintersportler dort auch keine Schäden anrichten.

Die Initiative „Respektiere deine Grenzen“ bietet Tipps sowie eine Karte der tierischen Ruhezonen an. Bei der Tourenplanung, sollte man sich auch über die sensiblen Lebensräume informieren. Das sollten Wintersportler beachten:

  • Ruhezonen beachten: Sie sind Rückzugsgebiete für Wildtiere und seltene Pflanzen.  
  • Im Wald auf den markierten Routen und Wegen bleiben: So können die Wildtiere sich an Wanderer und Freizeitsportler gewöhnen.
  • Waldränder und schneefreie Flächen meiden: Sie sind die Lieblingsplätze der Wildtiere.
  • Hunde an der Leine führen: Wildtiere flüchten vor freilaufenden Hunden.  

Annehmlichkeiten bei Pistentouren

Skitouren auf einer Piste bringen eine Reihe an Annehmlichkeiten mit sich: Präparierte Abfahrten, Lawinensicherheit, einen geräumten Parkplatz sowie Toilettenanlagen. Die drei alpinen Organisationen betonen ausdrücklich, dass deshalb das Verlangen einer Gebühr für die Nutzung verständlich sei und respektiert werden müsse. Das Ziel ist ein friedliches Miteinander von Skifahrern und Tourengehern bzw. Schneeschuhwanderern auf der Piste.

Regeln für Tourengeher

Erich Egger, Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft und Vorstand der Schmittenhöhebahn AG, appelliert daran, dass sich Tourengeher an die Vorgaben der Betreiber halten und informieren, wann sie auf die Piste dürfen. Derzeit werde vielfach sogar tagsüber mit Seilwinde präpariert, er empfiehlt einen Anruf beim Liftbetreiber. Alpenvereine und das Kuratorium für Alpine Sicherheit haben schon vor einigen Jahren zehn Regeln aufgestellt:

  1. Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.
  2. Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten. Bei Pisteneinsätzen kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen.
  3. Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.
  4. Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.
  5. Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren. Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.
  6. Bis 22.30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.
  7. Sichtbar machen: Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.
  8. Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.
  9. Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.
  10. Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten.

Bergsteiger APA/ANGELIKA KREINER
(SYMBOLBILD)

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(Quelle: SALZBURG24/APA)

Alpenverein: Bewegung in Natur gesetzlich erlauben

Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora Alpenverein/Norbert Freudenthaler
Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora fordert, Bewegung in der Natur nach dem Lockdown gesetzlich zu erlauben. 

Skitouren auf Pisten, Langlaufen auf Loipen oder auch Rodeln auf Rodelwegen muss nach Ablauf des harten Lockdowns möglich sein – unabhängig davon, ob Anlagen präpariert oder entsprechend gesichert sind. Dies fordert aktuell der Österreichische Alpenverein in einer Aussendung.

In Zeiten des Lockdowns ist es verboten, Sportstätten zu betreten. Derzeit sei allerdings unklar, ob aktuell nicht in Betrieb stehende Pistenanlagen, die für den alpinen Skisport in Vorbereitung sind, ebenfalls als Sportstätten im Sinne der Verordnung gelten, so der Alpenverein. Relevant sei das vor allem für Skitourengeher: Die Frage dränge sich nämlich auf, ob das Skitourengehen auf Pisten durch die derzeitige Maßnahmenverordnung gestattet ist oder nicht.

Gesetzliche Erlaubnis für Bewegung im Freien gefordert

Hier ortet der Österreichische Alpenverein dringend Klärungsbedarf und fordert in diesem Zusammenhang eine Klarstellung zu Gunsten der erlaubten Bewegung in der Natur: „Nach Ablauf des harten Lockdowns braucht es eine gesetzliche Klarstellung: Die Bewegung in der Natur, sei es das Tourengehen auf Skipisten, Langlaufen auf Loipen oder auch das Rodeln auf Rodelwegen muss möglich sein – unabhängig davon, ob diese Anlagen nun beschneit, präpariert oder entsprechend gesichert sind“, sagt Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora. „Sportliche Betätigung leistet besonders in Zeiten wie diesen einen unschätzbaren Beitrag zur körperlichen und mentalen Gesundheit. Es wäre ein fatales Zeichen, den Sport im Freien – selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsbestimmungen – zu verbieten.“

Immer mehr Tourengeher in Österreich

Laut Alpenverein nimmt die Zahl der Tourengeher jedes Jahr weiter zu: 500.000 bis 600.000 Skitourengeher soll es allein in Österreich geben. „Wir gehen aktuell auch davon aus, dass im kommenden Winter mit bis zu 20 Prozent mehr Tourengehern gerechnet werden kann“, erklärt Clemens Matt, Generalsekretär des Alpenvereins. „Auch gerade deshalb braucht es hier klare Richtlinien.“

Aufgerufen am 22.09.2021 um 12:53 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/skitouren-das-ist-auf-der-piste-zu-beachten-97140286

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