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Nördlicher Flachgau

Verbot für Transit-Lkw kommt

Immer mehr Brummis auf unseren Straßen

transit110303e.jpg Neumayr/Archiv
Einer VCÖ-Studie zufolge hat der Lkw-Verkehr in den letzten fünf Jahren in Salzburg stark zugenommen.

Mit Lkw und Sattelzügen rollt auf Salzburgs Straßen immer mehr Schwerverkehr. Im Kampf gegen diesen Anstieg und der damit einhergehenden Belastung für Anrainerinnen und Anrainer soll noch dieses Jahr eine Sperre für Transit-Lkw im nördlichen Flachgau kommen. Auf der anderen Seite wurde der Warenverkehr mit der Salzburger Lokalbahn in den letzten Jahren zurückgefahren.

Zuwächse im Lkw-Verkehr sind in Salzburg seit Jahren zu beobachten. Eine aktuelle SPÖ-Anfrage im Salzburger Landtag zeigt, dass allein in Lamprechtshausen (Flachgau) die Zahl der Schwerlastzüge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 40 Prozent gestiegen ist. Das Land plant deshalb noch heuer ein Fahrverbot für Transit-Lkw im nördlichen Flachgau.

Verbot für Transit-Lkw kommt

Lamprechtshausen ist besonders davon gebeutelt, denn die tonnenschweren Lkw rauschen mitten durch den Ort. "Mit einer Sperre wollen wir den Schwerverkehr um zehn Prozent verringern", heißt es dazu auf SALZBURG24-Anfrage aus dem Büro von Landesrat Stefan Schnöll (ÖVP). Bis Anfang Dezember läuft die interne Prüfung und noch in diesem Jahr soll die B156 in diesem Bereich für Transit-Lkw gesperrt werden. Das Verbot soll dann nicht nur auf der B156 gelten, sondern großflächiger. Das Ausweichen innerhalb Salzburgs soll damit verhindert werden. "Als Begleitmaßnahme sollen die Strafen bei Missachtung der Sperre erhöht werden", ergänzt Schnölls Sprecher. Derzeit liegt die Strafgebühr bei 20 Euro.

Höhere Kosten auf der Schiene?

Doch warum verlagert man den Warenverkehr nicht auf die Schiene? In der Anfragebeantwortung im Salzburger Landtag erklärte Schnöll sinngemäß, dass viele Firmen ihre Güter nicht mit der Bahn versenden wollen, da die Kosten dafür weit höher sind als für den Lkw-Transport. Ein Ausbau der Maut für Lkw sei derzeit auch Thema in den Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen, bei denen der Salzburger Landesrat ebenfalls mitmischt. Dort werde auch diskutiert, wie man mehr Warenverkehr auf die Schiene bekommen könnte. Hier gelte es, genügend "Anreize für die Wirtschaft zu schaffen". Schließlich liege die Zunahme des Verkehrs vor allem an der guten Wirtschaftslage, die durch den Wirtschaftsraum im Flachgau und angrenzenden Oberösterreich geprägt sei. Zwar gebe es demnach keine konkreten Prognosedaten zum Verkehr auf Salzburgs Straßen, aufgrund des Bevölkerungswachstums und weiterer Betriebsansiedelungen sei im nördlichen Flachgau und angrenzenden Innviertel mit einer Verkehrszunahme zu rechnen.

Weniger Warenverkehr mit der Bahn

Die Salzburger Lokalbahn befördert derzeit keine Güter mehr zwischen Bürmoos (Flachgau) und Ostermiething (OÖ). Ebenso wurde der Güterverkehr der Pinzgauer Lokalbahn eingestellt, weil die Kosten für notwendige Umbauten zu hoch erschienen. "Eine solche Vorgangsweise zwingt die Frächter und Unternehmen geradezu wieder auf die Straße", sagt SPÖ-Verkehrssprecherin Sabine Klausner. Der Warenverkehr der Lokalbahn findet vor allem im süddeutschen Raum und auf der Tauernstrecke in Richtung Italien und Slowenien statt. Eigenen Angaben zufolge werden 2,5 Millionen Tonnen Waren pro Jahr befördert. 

Im vergangenen Jahr hat die ÖBB Rail Cargo Group im Land Salzburg 2,257 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das ist das Aufkommen der Bahnhöfe im Bundesland (Versand und Empfang) ohne Transit für das Jahr 2018. "Aufgrund der Marktsituation ist im Vergleich zu Jahr 2017 ein leichter Rückgang bei den in SBG von RCG beförderten Güter zu beobachten", heißt es dazu auf SALZBURG24-Anfrage. Man sei interessiert daran, den Warenverkehr zu verstärken und tue alles dafür den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu bekommen.

Mehr Lkw-Verkehr auf Salzburgs Straßen

Einer VCÖ-Studie zufolge hat der Lkw-Verkehr in den letzten fünf Jahren in Salzburg stark zugenommen – besonders auf der Tauernautobahn (A10) und Westautobahn (A1). Im Land Salzburg waren die meisten Schwerfahrzeuge im Jahr 2018 auf der A1 bei Wals (Flachgau) mit durchschnittlich 9.150 pro Werktag unterwegs. Bei Hallwang (Flachgau) waren es mit 7.950 pro Werktag um fast elf Prozent mehr als im Jahr 2013. Auf der A10 ist der Schwerverkehr im Vorjahr noch stärker gestiegen. Bei Anif (Flachgau) um fast zwölf Prozent auf 8.640 pro Werktag, beim Ofenauer-Tunnel (Tennengau/ Pongau) um fast 15 Prozent auf 6.740 pro Werktag und bei Zederhaus (Lungau) sogar um 19 Prozent auf rund 4.630 pro Werktag.

Negative Folgen durch Schwerverkehr

Die negativen Auswirkungen der massiven Zunahme des Lkw-Verkehrs sind zahlreich: Luftverschmutzung, Lärmbelastung für die Anrainerinnen und Anrainer, Abnützung der Straßen und dadurch verursachte Fahrbahnschäden sowie erhöhte Unfallgefahr.

(Quelle: SALZBURG24)

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