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Neues Projekt

Wie sich Kids durch Kung Fu selbst kennen lernen

"Freundschaftliches Raufen" in Salzburgs Kindergärten

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Kung Fu wird künftig an Salzburgs Kindergärten angeboten (SYMBOLBILD).

Raufen erlaubt, Kung-Fu-Moves zum Ausprobieren: An Salzburgs Kindergärten startet ein neues Projekt, bei dem Kindern Bewegung nähergebracht wird und in dem Kids sich auch mit sich selbst auseinandersetzen sollen. Wir haben mit dem Projektleiter gesprochen.

Die Corona-Krise hat besonders auf die Jüngsten in unserer Gesellschaft spürbare Auswirkungen. Studien zufolge zeige fast jedes dritte Kind psychische Auffälligkeiten. Insbesondere Ängste und Sorgen, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden haben demnach zugenommen.

Nicht nur psychisch, sondern auch physisch spüren Kinder die Konsequenzen der Pandemie. Laut einer Studie der Donau-Uni Krems und der Medizin-Uni Wien nahm die körperliche Bewegung deutlich ab.

Kinder zur Bewegung animieren

Dem entgegensteuern will ein neues Projekt, das künftig in Salzburgs Kindergärten und Horten kostenfrei Station macht. „Kinder gesund bewegen mit chinesischem Kung Fu“ ist Teil eines österreichweiten Projekts der „Fit Sport Austria“ und wurde in Zusammenarbeit der Sportunion mit der Stadt Salzburg ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kinder durch Spiel, Spaß und Bewegung mit den Kernthemen der ganzheitlichen chinesischen Kampfkunst, besser bekannt als Kung Fu, vertraut zu machen. „Das wird hauptsächlich durch sportliche Bewegungsspiele vermittelt“, erzählt Projektleiter Dominic Schafflinger im Gespräch mit SALZBURG24. Grundtechniken, Tritte und Schläge stehen auf der Agenda.

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Gepostet von Chinese Martial Arts Union Salzburg am Mittwoch, 15. September 2021

Zwischen Kung Fu und Achtsamkeit

Der Kampfkunst-Lehrer und Achtsamkeits-Experte betont, dass hierbei jedoch nicht der Wettkampf, sondern das Verbessern der eigenen Fähigkeiten im Vordergrund stehe. Neben Kung-Fu-Moves deckt das Projekt auch die Themen Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Achtsamkeit ab.

 

Dabei geht es mitunter körperlich zur Sache: „Die Kinder dürfen freundschaftlich miteinander raufen, stellen aber Regeln auf, wie weit es gehen darf“, betont der Projektleiter. Ein weiterer Altersgenosse fungiere zudem als Schiedsrichter. So lernen die Kinder ihre Grenzen kennen, die Übung diene der Gewaltprävention.

Auf Zehenspitzen durch den Raum

Rollenspiele kommen beim Thema Selbstbehauptung zum Einsatz. „Hier geht es darum, gegenüber Gleichaltrigen zu sagen, was man möchte und was nicht“, erklärt Schafflinger. Die Kinder lernen „Stopp“ zu sagen, bevor ein Konflikt eskaliert. „Das soll auch den Pädagoginnen und Pädagogen helfen, noch rechtzeitig einschreiten zu können.“

Auch die Motorik ist im Kung Fu wichtig, diese wird ebenfalls geschult. „Die Kinder sollen in Übungen ihre Körperteile ansteuern und bewusst wahrnehmen“, berichtet der Experte. Neben verschiedenen Bewegungsformen steht auch das Gehen auf Zehenspitzen auf dem Programm.

Was die Kinder mitnehmen sollen

Neben dem spielerischen Spaß will Schafflinger die Kinder auch mit dem Thema Achtsamkeit vertraut machen. „Sie sollen zur Ruhe kommen und in sich hineinspüren: Wie geht es ihnen geistig und körperlich, wie viel Energie haben sie?“ Auch ihre Emotionen sollen sie dabei kennen lernen: „Warum empfinde ich zum Beispiel gerade Angst oder Stress?“ Durch das bewusste Reflektieren wird den Kindern innere Ruhe nähergebracht. Kurzum: „Die Kids lernen sich bei diesem Projekt selbst kennen“, erklärt der Experte. „Manches, das sie dadurch verinnerlicht haben, kann ihnen in ihrem weiteren Leben vielleicht einmal helfen.“ Zudem soll die Freude an Bewegung und Sport geweckt werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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