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St. Johann im Pongau

Sanierte Liechtensteinklamm mit neuem Highlight

"Helix" beschert neue Perspektiven und spektakuläre Bilder

Nach einem massiven Felssturz musste die Liechtensteinklamm in St. Johann im Pongau am 27. Mai 2017 gesperrt werden. Gut drei Jahre später öffnet die Sehenswürdigkeit nach einer umfangreichen Sanierung am 11. Juni wieder ihre Pforten – und zwar mit einer neuen Attraktion. SALZBURG24 durfte bereits einen Tag früher die spektakuläre Treppenanlage bestaunen.

Sankt Johann im Pongau

300 Tonnen Geröllmassen stürzten am 27. Mai 2017 in der Liechtensteinklamm in die Tiefe. 17 Menschen und ein Hund werden eingeschlossen. Binnen Minuten läuft eine riesige Rettungsaktion an. Bergretter evakuieren die Touristen über einen Notsteig, eine vierköpfige Familie aus Indien wird leicht verletzt.

Liechtensteinklamm SALZBURG24/Wurzer
Hier stürzte das Geröll damals in die Tiefe. 

St. Johann will Naturdenkmal aufwerten

Nach dem ersten Schock in der Stadtgemeinde war man sich schnell einig: Das Naturdenkmal muss umfangreich saniert, gesichert und auch aufgewertet werden. Die Österreichischen Bundesforste übernahmen die Projektleitung, das Geologiebüro bf:gh rund um Johannes Andexer entwickelte das neue Schutzkonzept, das neben einer Reihe an Sicherungsmaßnahmen auch einen neuen Tunnel, neue Galerieanlagen und eine Verlegung des ursprünglichen Weges vorsah.

Drei Jahre später, nach einer intensiven einjährigen Bauphase, kann die Sehenswürdigkeit wieder neu eröffnet werden. In der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau ist man erleichtert: „Die Liechtensteinklamm hat eine sehr große Bedeutung für die Stadtgemeinde. Aber es geht auch darüber hinaus, sie ist für die gesamte Region wichtig und wir sind sehr froh darüber, dass wir sie jetzt nach drei Jahren wieder aufsperren können“, freut sich Bürgermeister Günther Mitterer (ÖVP) am Mittwoch beim Lokalaugenschein mit SALZBURG24. Insgesamt wurden rund 6,7 Millionen Euro – von den Aufräumarbeiten über Gutachten und Neubauten bis hin zur Sanierung – in die Klamm investiert.

Liechtensteinklamm SALZBURG24/Wurzer
SALZBURG24 beim Lokalaugenschein in der Liechtensteinklamm, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung. 

Sämtliches Baumaterial per Heli in Klamm transportiert

Die größte Herausforderung beim Bau war der Materialtransport, erzählt Projektleiter Gabriel Sieghartsleitner von den Österreichischen Bundesforsten im Gespräch mit SALZBURG24. „Sämtliches Material konnte nur über den Hubschrauber in die Klamm transportiert werden. Wir zählen in der Bauphase, die im März 2019 gestartet ist, insgesamt rund 7.000 Flugminuten“. Neu errichtet wurden nicht nur drei Tunnel, vier Galerieanlagen und 60 Steinschlagnetze auf einer Gesamtlänge von 1.100 Metern, sondern auch die neue Attraktion, die möglichst viele Besucher anziehen soll: „Helix“ – eine imposant angelegte Treppenanlage.

Liechtensteinklamm SALZBURG24/Wurzer
"Helix" - die neue Treppenanlage als Highlight.

Treppenanlage als Highlight

Die Treppenanlage reicht 30 Meter in die Tiefe und ist als Wendeltreppe gestaltet. Sie zählt insgesamt 367 Stufen und jede Einzelne ist es wert, sie hinaufzusteigen. Denn oben angekommen beschert „Helix“ dem Besucher eine imposante Perspektive – sowohl beim Blick hinab in die Tiefe als auch hinauf in die Höhe. „Das Bauwerk wurde komplett aus Stahl im rostigen Look gefertigt, weil wir wollten, dass sich der Charakter der Klamm nicht verändert und sich die Anlage perfekt ins Landschaftsbild einfügt“, erklärt Sieghartsleitner.

 

Wie die Liechtensteinklamm zu ihrem Namen kam

Die Liechtensteinklamm ist eine der längsten und tiefsten Schluchten in den Alpen. Sie hat eine Länge von rund 4.000 Metern, davon ist etwa gut ein Kilometer für Besucher zugänglich. Die Felsen sind bis zu 300 Meter tief und stehen stellenweise so eng und hoch, dass der Himmel nur mehr als kleiner Streifen zu erkennen ist. Am Ende der Klamm ist ein riesiger Wasserfall.

Bereits 1875 faszinierte dieses alpine Naturschauspiel die Menschen so sehr, dass die Schlucht, durch eine Spende von Fürst Liechtenstein, für die breite Öffentlichkeit mit Brücken und Stegen als Sommer-Ausflugsziel zugänglich gemacht wurde. Inzwischen haben über zehn Millionen Menschen aus aller Welt die sagenumwobene Liechtensteinklamm besucht. Zuletzt wurde sie jährlich von rund 220.000 Menschen besucht und ist damit das beliebteste Urlauberziel im Salzburger Pongau.

Öffnungszeiten und Corona-Regeln

Die Klamm ist ab dem 11. Juni wieder für Besucher geöffnet – unter Einhaltung der Covid-19-Bestimmungen. Das bedeutet: Die aktuellen Abstands- und Sicherheitsbestimmungen von einem Meter gelten bis auf weiteres auch beim Klammbesuch. Gruppenähnliche Ansammlungen sollten vermieden und der Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Eine offizielle Neu-Eröffnungsfeier musste aufgrund der Corona-Krise verschoben werden, diese verspricht der Bürgermeister aber für kommendes Jahr.

(Quelle: SALZBURG24)

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