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Management reagiert auf Kritik

Postbus-Personalmangel: "Keine Verbindungen in Salzburg betroffen"

Betriebsrat ortet "unmenschliche Dienstpläne"

symb_postbus ÖBB/Marek Knopp
Postbuss-Verbindungen in Salzburg werden wegen Personalmangels gestrichen. (SYMBOLBILD)

Beim Postbus werde der Personalmangel immer akuter, kritisiert der Betriebsrat, Robert Wurm. Nach Oberösterreich würden jetzt unter anderem auch in Salzburg Verbindungen gestrichen. Auf Anfrage von SALZBURG24 weist dies Postbus zurück.

Der Personalmangel beim Postbus werde in einigen Bundesländern akut. Wie der Vorsitzende des Postbus-Betriebsrats, Robert Wurm, heute, Freitag, in einer Aussendung berichtet, müssen nach der "Nachtschwärmer"-Linie im oberösterreichischen Salzkammergut wegen fehlender Lenker:innen nun in Salzburg und Niederösterreich auch erste Tagesverbindungen gestrichen werden.

Meldungsliste(1)(18) (1).jpg Robert Wurm, ÖBB-Postbus GmbH
Der Personalmangel beim Postbus wird in einigen Bundesländern akut. Wie der Vorsitzende des Postbus-Betriebsrats, Robert Wurm, berichtet, müssen nach der "Nachtschwärmer"-Linie im oberösterreichischen Salzkammergut wegen fehlender Lenkerinnen und Lenker nun in Salzburg und Niederösterreich auch erste Tagesverbindungen gestrichen werden.

Postbus: "Keine Ausfälle in Salzburg"

Postbus dementiert das und schreibt an SALZBURG24 wie folgt: "Im Bereich des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes OÖVV mussten wir den sogenannte ‚Nachtschwärmer Vöcklabruck‘ aufgrund von Krankenständen und daraus resultierenden Lenkermangels, kurzfristig einstellen. Dabei handelt es sich um punktuelle Ausfälle, die wir z.B. durch Zusammenlegung von Kursen und in Abstimmung mit unserem Auftragnehmer so gering wie möglich halten. Im Raum St. Pölten und Salzburg sind aktuell keine Ausfälle bekannt."

Dennoch: Wurm kritisiert das regionale Management und der Geschäftsführung: In den betroffenen Bundesländern würden die Lenker:innen mit teils unmenschlichen und sicherheitsgefährdenden Dienstplänen systematisch vertrieben, heißt es in der Presseaussendung. Der Betriebsrat kritisiere das bereits seit mehr als zwei Jahren, heißt es weiter. Dazu Postbus: "Die Dienstpläne sind ausgewogen und wir gehen, wo immer möglich, auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter:innen ein. Insgesamt sind die Fahrpläne sehr ausgewogen und sozial, entsprechen allen rechtlichen Bestimmungen und sind laut Kollektivvertrag möglich. Für Dienstpläne gilt: Lenker:innen melden sich dafür freiwillig. Wir setzen Dienste nicht willkürlich ein."

Postbus jahrelang ein attraktiver Arbeitgeber

Der Postbus galt, so Wurm, jahrzehntelang als attraktiver Arbeitgeber. Nach etlichen Jahren beim Postbus wechseln die Lenkerinnen und Lenker wieder zur Konkurrenz und nehmen dafür sogar Gehaltseinbußen in Kauf.

Werbekampagne "reicht nicht aus"

Die Postbus-Geschäftsführung hat kürzlich eine Werbekampagne gestartet, um neue Lenker:innen zu gewinnen. Wurm kritisiert, dass das nicht ausreichen wird. Gefragt sei in den betroffenen Bundesländern ein wertschätzender Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen. Dann würden auch die Mitarbeiter wieder zum Postbus zurückkehren, ist Wurm überzeugt.

Die gesamte Busbranche in Europa leide unter einem Fachkräftemangel, so Postbus. Die Initiative "Lenk mich doch" wurde im Salzburg am 28. Juli 2022 gemeinsam mit dem Land und der Arbeiterkammer gestartet.

"Wenn nicht, wird es eng für den Postbus und seine Fahrgäste. Dann werden noch mehr Lenkerinnen und Lenker die Flucht ergreifen und noch weitere Linien ausfallen", warnt der Betriebsratsvorsitzende.

(Quelle: SALZBURG24)

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