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Premiere: Salzburg-Liefering hat nun seine eigene S-Bahn-Haltestelle

Der Salzburger Stadtteil Liefering hat nun auch eine eigene S-Bahn-Haltestelle. FMT-Picutres/M.W.
Der Salzburger Stadtteil Liefering hat nun auch eine eigene S-Bahn-Haltestelle.

Der europaweite Fahrplanwechsel am 15. Dezember bringt den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Salzburger Stadtteil Liefering den direkten Anschluss an die Salzburger S-Bahn. Die neue Haltestelle wurde am Freitag feierlich eröffnet.

Mit großer Freude war Salzburgs Stadtoberhaupt Heinz Schaden am Freitag bei der Eröffnung der neuen S-Bahn-Haltestelle. „Liefering ist nach Lehen mit 15.000 Einwohnern der zweitbevölkerungsreichste Stadtteil. Da tut's gut, ein wirklich attraktives, öffentliches Verkehrsmittel in nächster Nähe zu haben. Noch dazu, wo im Umfeld – etwa am Baldehofweg, in der Saalachstraße oder der Schmidkreuzstraße – gerade um die 300 neue Wohnungen entstehen", betont Schaden. Er erwarte sich durch die neue Haltestelle auch eine Entlastung der extrem stark befahrenen Münchner Bundesstraße. „Wenn ich in neun Minuten bequem am Hauptbahnhof sein kann, werd' ich mich doch nicht eine halbe Stunde oder mehr in den Stau stellen", macht Schaden Werbung für das neue Öffi-Angebot.

Drittes Gleis bis Freilassing fehlt

Kritisch merkt der Bürgermeister an, dass mit dem Fahrplanwechsel eigentlich schon ein Viertelstundentakt der S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Freilassing verbunden hätte sein sollen. „Weil es das dritte Gleis bis Freilassing noch nicht gibt, müssen die S-Bahnen aus dem Flachgau am Hauptbahnhof stoppen. Der Bau dieses Gleises wird durch Einsprüche von Max Aicher blockiert. Das passt nach Makartplatz und Flughafen ins Bild, das wir uns von diesem Unternehmer machen mussten – wenngleich ich das Wort Profiteur ausdrücklich zurückziehe", ärgert sich Schaden.

Rund drei Millionen Euro in S-Bahn-Haltestelle investiert

Seit 2006 wurden am sogenannten „Westast" die S-Bahn Stationen in Taxham-Europark, Aiglhof und Mülln-Altstadt für die Fahrgäste in Betrieb genommen. Mit der Fertigstellung der Haltestelle Salzburg-Liefering stehen ab Sonntag zwischen Salzburg und Freilassing in Bayern insgesamt vier topmoderne ÖBB-Stationen zur Verfügung. Insgesamt wurden in die Errichtung der Haltestelle rund drei Millionen Euro investiert. Sie liegt entlang der frequenzstarken Paradelinie S3 von Golling über Salzburg bis nach Freilassing. Mit rund 3,7 Millionen Fahrgästen pro Jahr hat dieser Streckenabschnitt die stärkste Kundenfrequenz im Bundesland. Im Halbstundentakt werden künftig 80 Züge pro Werktag einen Zwischenstopp in Liefering einlegen. Die Haltestelle liegt unmittelbar nach der S-Bahn Station Salzburg Taxham-Europark und kurz vor der Saalachbrücke in Richtung Bayern.

Feierliche Eröffnung in Liefering

Traditionell wurde bei der feierlichen Eröffnung für den ersten Zug das Band durchschnitten. Verkehrslandesrat Hans Mayr, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG Franz Bauer, sowie Projektleiter Thomas Wörndl und der Leiter des ÖBB Nahverkehrs in Salzburg Erich Fercher, freuten sich gemeinsam über die neue Station. Durch diesen zusätzlichen Haltepunkt für die Kunden, soll das Erfolgsprojekt S-Bahn Salzburg weiter an Fahrgästen zulegen. Gottes Segen für die künftigen Herausforderungen spendete der Lieferinger Stadtpfarrer Monsignore Georg Neureiter.

Personenlifte, Blindenleitsystem und Echtzeitinfo für die Kunden

Barrierefreiheit und ein kundenfreundliches Design zeichnen die S-Bahn Haltestellen im Stadtgebiet von Salzburg aus. In Liefering stehen den Kunden zwei Personenlifte für den einfachen Weg zum Bahnsteig zur Verfügung. Vor allem für Eltern mit Kinderwagen, ältere oder mobilitätseingeschränkte Kunden sowie Fahrgäste mit Gepäck eine enorme Erleichterung. Der 150 Meter lange Bahnsteig bietet mit rund sieben Metern Breite ausreichend Platz und ist auch mit einem Fahrkartenautomaten ausgestattet. Rund die Hälfte des Bahnsteiges ist überdacht, zudem wurde eine verglaste Wartekoje mit Sitzplätzen für die Zugfahrgäste errichtet. Durch die Bahnsteighöhe von 55cm können die Kunden stufenlos in die S-Bahnen ein- und aussteigen. Beleuchtete Infovitrinen sowie drei Abfahrtsmonitore, bei denen die nächsten Zugabfahrten in Echtzeit angezeigt werden, machen Bahnfahren noch einfacher und sorgen für lückenlose Kundeninformation. Meistens unscheinbar aber für mobilitätseingeschränkte Menschen sehr wichtig ist das 400 Meter lange Blindenleitsystem mit Rillenplatten sowie tastbaren Informationen an den Handläufen. Diese Einrichtung ermöglicht sehschwachen oder blinden Kunden die selbständige Nutzung der Verkehrsstation. Beim Zugang zur Haltestelle wurden 57 überdachte Fahrradabstellplätze eingerichtet, zudem eine Fahrradbox für sechs weitere Räder.

Dreigleisiger Ausbau bis Salzburg-Liefering damit abgeschlossen

Der zwei Kilometer lange Abschnitt Liefering umfasste neben dem dreigleisigen Ausbau die Errichtung der neuen Haltestelle. Sie liegt zwischen Keltenweg und Bichlfeldstraße und erschließt Wohngebiete der Stadtteile Liefering und Rott sowie das neue Gewerbegebiet nördlich der Bahn. Von Mai 2010 bis Dezember 2013 liefen die Baumaßnahmen zwischen der Westautobahn A1 und der Saalachbrücke unter laufendem Betrieb. Der gesamte Abschnitt zwischen Salzburg und Freilassing wurde von der ÖBB-Infrastruktur AG (80%) und dem Land Salzburg (20%) finanziert sowie von der Europäischen Union kofinanziert. Im Vorfeld wurde die Walserwegbrücke neu errichtet, um deren Durchfahrtshöhe zu vergrößern. Dadurch konnte der Baustellenverkehr für das anschließende Erdbaulos über die Autobahn geführt und die AnrainerInnen vom Verkehrslärm entlastet werden. Der Oberbau der durchgehenden Streckengleise wurde im Bereich der Wohnbebauung und der Betonbauwerke zur Vermeidung von Lärm und Vibration auf lärmdämmende Unterschottermatten verlegt. Der gesamte Haltestellenbereich sowie die anschließenden Streckenteile wurden mit neuen Lärmschutzeinrichtungen ausgestattet.

Neue Gleisanlage für den Containerterminal Salzburg

Die neue Gleisinfrastruktur bringt für die Bedienung des Containerterminals einen großen Vorteil. Bisher mussten die aus Deutschland kommenden Containerzüge bis zum Salzburger Hauptbahnhof oder dem Verschiebebahnhof Salzburg Gnigl geführt werden. Das aktuelle ÖBB-Infrastrukturpaket inkludiert neue Weichenverbindungen und Signalanlagen, welche eine direkte Ein- und Ausfahrt in den Containerterminal Salzburg über die sogenannte Westeinfahrt ermöglichen. Dadurch müssen deutlich weniger Güterzüge durch Liefering beziehungsweise die Stadt Salzburg fahren. Das bringt weniger Lärm uns spart Zeit und Kosten.

Sensationelle archäologische Funde im Zuge der Bauarbeiten

Der Ortsteil Liefering ist als geschichtsträchtiger Boden bekannt. Bereits im Vorfeld der Baumaßnahmen des Abschnitts Liefering wurden vom Bundesdenkmalamt archäologische Voruntersuchungen durchgeführt. Sondierungen förderten römische, mittelalterliche und neuzeitliche Funde zutage. Keramikbruchstücke belegten die Existenz einer rund 6.000 Jahre alten Siedlung der Münchshöfener Kultur. Auch Gräber aus der Spätbronzezeit (circa 12. Jahrhundert vor Christus) wurden entdeckt. Man fand zudem Überreste eines Mannes, dessen Grab mit einem Bronzeschwert ausgestattet war. Erstmals ist es gelungen, in Salzburg ein „Schwertgrab" dieser Epoche planmäßig freizulegen. Weiterführende Informationen finden Fahrgäste und Besucher in einer Vitrine am Bahnsteig der Haltestelle Salzburg Liefering.

Aufgerufen am 22.11.2018 um 12:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/premiere-salzburg-liefering-hat-nun-seine-eigene-s-bahn-haltestelle-44470921

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