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Boot gekentert

Zwei Tote bei Raftingunfall auf Salzach

Großeinsatz zwischen Golling und Hallein

Ein schweres Unglück mit einem Raftingboot forderte am Montag in der Salzach bei Golling (Tennengau) zwei Todesopfer. Zahlreiche Helfer suchten etwa drei Stunden lang nach möglichen Vermissten, schilderte der Einsatzleiter der Feuerwehr Golling, Ortsfeuerwehrkommandant Peter Schluet, im Gespräch mit SALZBURG24. Gegen 14.30 Uhr wurde die Suche abgebrochen.

Golling an der Salzach

Die beiden Männer - ein 23-jähriger in Deutschland wohnhafter Serbe und ein 30-jähriger Deutscher - waren am Vormittag, vermutlich bei Tenneck (Pongau), mit einem privaten Boot gestartet, berichtete die Polizei Salzburg in einer Presseaussendung.

In den Salzachöfen – ein enger Durchbruch des Flusses am Pass Lueg – ist ihr Raftingboot gekentert. Ein Zeuge hatte schließlich das Schlauchboot und zwei Personen im Wasser treibend beobachtet und die Einsatzkräfte alarmiert.

Golling: Zwei Männer leblos geborgen

„Wir haben zwei Personen aus dem Wasser bergen können, jedoch leblos. Die Wiederbelebungsmaßnahmen verliefen leider ohne Erflog“, so Feuerwehrkommandant Peter Schluet. Laut Sprengelarzt dürften die beiden Männer unmittelbar nach dem Kentern ertrunken sein, heißt es im Polizeibericht. Auch das Boot sowie ein Teil der Ausrüstung konnten rasch aus dem Wasser geborgen werden. Vorerst war unklar, ob sich noch weitere Personen in den Raftingboot befunden hatten.

Einsatzkräfte suchen Salzach ab

Knapp 140 Einsatzkräfte der Berg- und Wasserrettung sowie der Feuerwehr und der Polizei suchten nach möglichen weiteren Vermissten. Die Salzach wurde zwischen Golling und Hallein durchforstet. Ein Teil der Einsatzkräfte war auf Booten unterwegs, aber auch auf den Brücken wurden Helfer postiert. „Inzwischen hat sich bestätigt, dass nur zwei Personen in dem Boot unterwegs waren“, erklärte Schluet kurz vor 15 Uhr, „wir konnten die Suche somit einstellen.“

Eingesetzt waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Golling, Hallein, Kuchl und die Betriebsfeuerwehr Austrocell mit insgesamt 100 Mann, die Wasserrettungen St. Johann im Pongau, Bischofshofen, Hallein, Schwarzach und der Stadt Salzburg mit 21 Mann sowie die Bergrettung Golling mit zehn Mann und die Polizei bzw. Alpinpolizei mit sieben Mann.

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In Salzburg ist auf der Salzach das Rafting für Privatpersonen grundsätzlich nicht erlaubt.

Unfallopfer hätten nicht fahren dürfen

In Salzburg ist auf der Salzach - wie auch auf den Flüssen Enns, Lammer, Mur und Saalach - das Rafting für Privatpersonen grundsätzlich nicht erlaubt. Die beiden am Montagvormittag verunglückten Männer waren somit unerlaubt am Fluss unterwegs. Das Verbot gilt laut der entsprechenden Verordnung des Landeshauptmanns für alle "aufblasbaren Ruderfahrzeuge".

Ausnahmen für gewerbliche Rafting-Anbieter

Allerdings gibt das Land für gewerbliche Rafting-Anbieter bestimmte Flussabschnitte frei. Kommerzielle Anbieter müssen sich aber an festgelegte Ein- und Ausstiegsstellen halten und zeitliche Begrenzungen berücksichtigen. Im gegenständlichen Fall sind für Firmen besonders die "ruhigeren" Strecken von Werfen bis Stegenwald (Pongau) und der Abschnitt Golling-Kuchl (Tennengau) relevant. Dazwischen - im Bereich der Salzachöfen - darf aber ebenfalls kein Raftinggewerbe ausgeübt werden.

Ausnahmen vom Rafting-Verbot gelten übrigens auch für Einsatzorganisationen und Kraftwerksbetreiber. Nicht vom Verbot erfasst sind auch Kanus aus Polyethylen, Holz oder ähnlichen Materialien. Diese müssen sich allerdings an generelle Fahrverbote etwa im Bereich von Kraftwerken halten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 06.12.2019 um 06:12 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/golling-tote-bei-raftingunfall-auf-salzach-74400016

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