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Katastrophenfonds

Mega-Schäden sprengen alle Rekorde

Landesrat spricht von "noch nie dagewesenem Bild"

Wohnhaus, Mure, Bad Gastein FMT-Pictures/PP
Muren und Überschwemmungen haben im Süden Salzburgs eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Mit einer Gesamtschadenssumme von mehr als 16 Millionen Euro muss der Katastrophenfonds des Landes so viel wie noch nie zuvor ausbezahlen. Die jüngsten Schäden nach dem Unwetter und Murenabgängen betragen rund sechs bis sieben Millionen Euro. Die Schäden in einer Nacht sind somit höher als in einem ganzen Jahr.

"2019 ist ein Katastrophenjahr", sagt der zuständige Landesrat, Josef Schwaiger (ÖVP) im Gespräch mit SALZBURG24. Damit spricht Schwaiger die starken Schneefälle im Jänner, das Hochwasser und die Murenabgänge im Sommer und die derzeit heftigen Unwetterschäden an.

Sechs Millionen Euro Schaden in einer Nacht

1.009 Fälle aus 92 Gemeinden mit einer Gesamtschadenssumme von mehr als zehn Millionen Euro lagen am Montag auf dem Tisch des Katastrophenfonds des Landes. Insgesamt wurden bisher im Jahr 2019 2.282 Schäden gemeldet. Die Kosten für die aktuellen Ereignisse im Süden Salzburgs sprengen jedoch alle Rekorde. "Genau kann man die Summe nicht abschätzen, aber wir rechnen mit sechs oder sieben Millionen Euro, die der Katastrophenfonds ausbezahlen wird. Ein Schaden, der normalerweise das ganze Jahr über nicht anfällt", erklärt Schwaiger, der von einem "bislang noch nie dagewesenen Bild" spricht. HIER könnt ihr alle Informationen zu den Straßensperren nachlesen.

"In meinen 20 Jahren habe ich so etwas noch nie erlebt. Früher hat man ein Gebiet eingrenzen können, aber jetzt gibt es so viele kritische Stellen wie nie zuvor." Der Fokus bei den Aufräumarbeiten liegt laut Schwaiger derzeit bei den angerissenen Hängen. Mit schweren Geräten versuche man die betroffenen Gebiete (Gasteiner- und Großarltal im Pongau, Raurisertal im Pinzgau und den gesamten Lungau) vor weiteren Muren abzusichern.

Unwetter - Lage in Süd-/Westösterreich APA
Lage am Montagnachmittag in Süd- und Westösterreich.

Schwaiger: "Vorsorge bei solchem Unwetter unmöglich"

Das Ausmaß der Zerstörung ging auch an Schwaiger nicht spurlos vorbei. "Heuer hat es uns in Salzburg richtig stark erwischt. Es ist bemerkenswert, wie sich die Betroffenen gegen die Naturereignisse regelrecht stemmen", sagte der Landesrat, der eine extrem hohe Dankbarkeit und Optimismus nach den Sofort-Maßnahmen wahrgenommen hat. Bei diesen Mengen an Schnee- und Regenfällen habe man in punkto Vorsorge keine Chance: "Zehn Zentimeter Regenmenge pro Quadratmeter in knapp 24 Stunden kann kein Hang aushalten."

Eine Flucht aus den Risikozonen sei aber dennoch nicht zu festzustellen. Im Gegenteil: "Die Leute sind extrem verwurzelt mit ihrer Heimat und würden nie deswegen wegziehen. In der Fachsprache nennt man das bergbäuerliches Beharrungsvermögen." Die Auszahlungen aus dem Katastrophenfonds finden laut Schwaiger im Regelfall recht schnell statt. Aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse kann es jedoch diesmal zu leichten Verzögerungen kommen.

HIER geben wir euch einen Einblick, wofür Versicherungen aufkommen und wofür nicht.

(Quelle: SALZBURG24)

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