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Tipps von Ex-Ski-Ass

Was Hermann Maier den Abfahrern rät

Hahnenkamm-Rennen als nächstes Weltcup-Highlight

Österreichs ehemalige Ski-Asse Hermann Maier und Michael Walchhofer bedauern die Absage der Weltcup-Rennen im Wengen und freuen sich mit Kitzbühel über die Austragung nun am Hahnenkamm. Maier hat für die Abfahrer auch einen Tipp parat.

Dass die Speed-Asse laut Programm nächste Woche inklusive Trainings damit gleich sechs Mal in Folge die berüchtigte Streif bewältigen müssen, ist nicht alltäglich. 

"Zuerst Wengen und dann Kitzbühel, das ist normalerweise das absolute Highlight. Schade also wegen der Absage in der Schweiz", bedauerte Maier die Eidgenossen. Walchhofer sieht das ähnlich. "Es ist immer Unglaubliches zu leisten, damit am Lauberhorn eine Strecke rennfertig ist. Die haben dort sicher wieder eine irrsinnigen Aufwand betrieben. Auch wegen Covid. Und dann passiert das", litt auch der ehemalige Abfahrtsweltmeister mit. "Das ist sehr bitter und tut mir extrem leid für die Verantwortlichen dort. Das OK hat sicher das Möglichste getan."

Ski-Highlight in Kitzbühel wartet

Der ÖSV findet für seine Weltcuprennen in Österreich eine günstigere Situation vor, weil im Gegensatz zur Schweiz hierzulande derzeit keine touristische Beherbergung erlaubt ist und die (wenigen) Hotels nur für den auf Covid getesteten Weltcup-Tross geöffnet sind. Die dazugehörigen Präventionskonzepte haben zumindest bisher gut funktioniert.

Kitzbühel steht rund um die 81. Hahnenkammrennen vor der Herausforderung von fünf Rennen an zwei Wochenenden. Nach den beiden Slaloms am kommenden Wochenende stehen ab Dienstag drei Trainingsläufe und danach zwei Abfahrten und ein Super-G auf dem Programm. Ein Monsterprogramm also auf der legendärsten und für viele auch gefährlichsten Abfahrt der Welt.

Wann Hermann Maier die Lust verliert

"Wenn ich sechs Mal oder öfter wo runter fahre, verliere ich komplett die Lust. Egal, wie schwierig das Ganze ist", rät Maier den Fahrern daher, eventuell das eine oder andere Training auszulassen. "Man muss schauen, den Fokus zu behalten. Ich habe vermutlich deshalb keinen sechsten Super-G (in Kitzbühel, Anm.) gewonnen, weil ich nachdachte, was soll ich anders machen? Und dann fährt man einfach schlecht. Die größte Herausforderung wird also, nichts zu ändern."

Grundsätzlich sei das außergewöhnliche Programm aber zu bewältigen, passe irgendwie zur Zeit. "Was gibt es besseres, als den Höhepunkt gleich zwei Mal zu fahren?" Auch für Walchhofer ist das dichte Kitz-Programm in Anbetracht der Umstände okay. "Ich bin auch schon mal dort Super-G, Abfahrt und Slalom gefahren. Sollte Alexis Pinturault dort gleich alle Rennen fahren, wäre das aber echt was."

Das Leben nach dem Skifahren

Die beiden Familienväter Maier und Walchhofer sind auch nach ihren Rennkarrieren stark beschäftigt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir ein Mal langweilig gewesen wäre. Das war es zuletzt vermutlich im Teenager-Alter und ich würde mir wünschen, einmal richtig abschalten zu können", beschrieb Maier seine Situation. "Nach dem Karriereende ist nie ein Stillstand eingetreten. Das schwarze Loch ist an mir vorbeigezogen und hat jemand anderen erwischt."

Walchhofer, der wie Kitzbühels OK- und Skiclub-Präsident Michael Huber als Nachfolge-Kandidat von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel kolportiert wird, verfolgt das Homeschooling seiner Kinder mit Interesse. Erfreut registriert hat Walchhofer die jüngsten Erfolge im Weltcup.

Walchhofer über den Einfluss der Fans

"Es sitzt sich jetzt leichter da als noch zu Weihnachten. Damals waren wir weit weg von unseren Erwartungen", sagte Walchhofer. "Das Blatt hat sich ein wenig gewendet, es geht in die richtige Richtung", ist der Salzburger angesichts der jüngsten Erfolge ("Der Sieg von Marco Schwarz war genial") zuversichtlich. "Das gibt der ganzen Mannschaft Auftrieb", hofft Walchhofer darauf, dass nun eine ähnliche Dynamik wie zu seiner Zeit entsteht. "Wir wollen die Latte woanders hinlegen, wieder ganz vorne mitfahren. Und zwar beständig und nicht durch einen Glücksritt."

Ohne Zuschauer zu fahren, sei natürlich schade. "Mir hat es sehr getaugt, wenn in Kitz schon beim Besichtigen tausende Fans im Ziel waren", so Walchhofer. "Das war genau der Reiz, den ich gebraucht habe, um das Letzte zu geben. Und zu spüren, dass da was Wichtiges ist."

(Quelle: APA)

Ski-Legenden über Wintersport während Corona

Hermann Maier, Michael Walchhofer, Annemarie Moser-Pröll APA/BARBARA GINDL
Die ehemaligen Skifahrer Annemarie Moser-Pröll, Michael Walchhofer und Hermann Maier bei dem Pressegespräch "Legends United" am Dienstag, 12. Jänner 2021, in Flachau. 

Wenn sich Annemarie Moser-Pröll, Hermann Maier und Michael Walchhofer auf einen Kaffee treffen wollen, brauchen Salzburgs Skilegenden dafür künftig nur noch die Bretter anzuschnallen. Die neue Kabinenbahn "Panorama Link" wurde trotz Corona mit Beginn der Wintersaison gestartet und sichert nun eine durchgehende Ski-Verbindung von Alpendorf bis Zauchensee (Pongau).

Geschlossen wurde damit die Lücke zwischen Snow Space Salzburg und dem Skigebiet Flachauwinkl/Zauchensee.

"Diese Verbindung jetzt zu haben, ist einzigartig", freute sich Maier am Dienstag bei einem Medientermin unmittelbar vor dem Weltcup-Nachtslalom der Damen in Flachau. Der Doppel-Olympiasieger hatte zuvor als "Early Bird" die neue Gondel persönlich ausprobiert. "Sie wird ihrem Namen wirklich gerecht. Es war unglaublich, diese tolle Fernsicht und Schönheit zu genießen", sagte Österreichs Skiheld aus Reittdorf bei Flachau. "Der Zusammenschluss war ein Wunschtraum aus den Achtzigern, jetzt hat es geklappt. Normal mache ich keine Handyfotos, heute schon."

Moser-Pröll über neue Ski-Verbindung

"Ich habe mir nicht vorstellen können, dass wir drei einmal da gemeinsam sitzen und das ganze Skigebiet verbunden ist", zeigte sich auch die Kleinarlerin Moser (67) begeistert. "Es ist fast unvorstellbar, was da passiert ist", meinte die Olympiasiegerin von 1980 und sechsfache Weltcup-Gesamtsiegerin.

 

Der "Panorama Link" war eines der letzten fehlenden Puzzlestücke und ermöglicht ein zusammenhängendes und vor allem vielfältiges Skiareal mit 70 Seilbahnen in fünf Tälern und mit 12 Gipfeln, 210 Pistenkilometern und 70 Hektar Pistenfläche. Mit dem in Planung befindlichen Projekt "Winkl-Link", einer 10er-Kabinenbahn über die Tauernautobahn, soll alsbald auch die allerletzte Lücke (derzeit eine kurze Skibusverbindung) in Flachauwinkl geschlossen werden.

16 Millionen Euro Minus

"Erstaunlich, wie einfach technisch die Verbindung letztlich möglich war. Die Bahn wird ihrem Namen wirklich gerecht, hat ein Wahnsinns-Panorama", war auch der in Zauchensee beheimatete Walchhofer angetan. "Jetzt sind die Möglichkeiten für die Gäste fast grenzenlos geworden und die ganze Region profitiert", ergänzte der Dritte aus Österreichs Legendentrio, das zusammen auf 135 Weltcupsiege, 9 WM-Titel, 3 Olympiagoldene sowie 10 große und 25 kleine Weltcupkugeln steht.

Snow Space Salzburg ist das Herz von "Ski amade", unter anderem über vier Autobahnabfahrten erreichbar und schafft bei Vollauslastung bis zu 35.000 Personen am Tag. Wegen Corona sind derzeit aber derzeit höchstens drei- bis viertausend Tagesskifahrer in einer Skiregion zu begrüßen, die in guten Jahren 65 Mio. Euro Umsatz schafft. Am Ende der jüngsten Weihnachtsferien stand man bei 16 Millionen Minus.

Hermann Maier über "perfekte Skipisten"

Noch härter trifft es wegen des Lockdowns derzeit die Hotellerie, so auch Walchhofer. "Im November war ich noch optimistisch, dass der Winter trotz allem gut werden könnte. Jetzt scheint das aber nicht mehr möglich zu sein", gab sich der 45-Jährige, ehemalige Abfahrtsweltmeister nachdenklich. "Es ist eine Herausforderung. Ich wünsche mir nicht nur für die Gäste sondern auch für unsere Mitarbeiter, dass wir bald wieder aufsperren können."

Maier brachte letztlich das für ihn Positive an der derzeitigen Situation auf den Punkt. "Unglaublich, wie privilegiert man derzeit ist als Einheimischer ist, Skifahren gehen zu können. Natürlich hoffe ich, dass so etwas (Corona, Anm.) nie wieder kommt. Aber für Einheimische und Kinder geht es auf den perfekten Pisten nicht besser als jetzt. Sonst sind die Hänge ja ein ziemlicher Ameisenhaufen. Man hat derzeit das Gefühl, man kann wieder richtig Skifahren."

Aufgerufen am 27.10.2021 um 12:22 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/hermann-maier-gibt-ski-athleten-fuer-abfahrt-tipp-98259421

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