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Rolle rückwärts

Salzburger Unterhaus-Reform bringt dicke Luft

Amateurteams fehlt Klarheit

Symb_Fußballplatz APA/dpa/Boris Roessler
Keine Einigung: Die Liga-Reform im Salzburger Fußball-Unterhaus wurde vertagt. (SYMBOLBILD)

Aus der geplanten Mega-Reform wurde nichts. Nicht mal ein "Face-Lifting" konnte der Vorstand des Salzburger Fußballverbands (SFV) bei der gestrigen Sitzung präsentieren. Indes knistert es zwischen Salzburg und Vorarlberg. Nur die Verteilung der ÖFB-Cup-Tickets für die Salzburger Clubs sowie eine Entschärfung der Jugendregelung wurde beschlossen.

Im Fußball kann es sehr schnell gehen, besagt eine alte Floskel. Dass damit nicht nur Karrieren, sondern auch geplante Umstrukturierungen gemeint sind, zeigen die jüngsten Entwicklungen in puncto Reform.

Fußball_Fußballplatz_gesperrt Krugfoto
In Salzburg wird die Saison 2020/21 –  im Vorjahr – aufgrund der Corona-Pandemie frühzeitig abgebrochen. (SYMBOLDBILD)

Wieder "Null-Saison" im Fußball-Unterhaus

Nun haben alle 130 Amateurclubs in Salzburg Gewissheit. Wie SALZBURG24 bereits berichtete, bricht der Fußballverband den Spielbetrieb in allen Ligen ab.

Dicke Luft zwischen Salzburg und Vorarlberg

Aber alles der Reihe nach: Seit Monaten bastelt der SFV an einem neuen Model, wie die Zukunft ab der Saison 2022/23 im Unterhaus aussehen könnte. Intern einigte man sich darauf, dass die Regionalliga von zehn auf 16 Clubs aufgestockt und die letzten Spielklassen halbiert werden. Viele Vereine aus der Salzburger Liga freuten sich, dass heuer sechs Teams in die höchste Spielklasse aufsteigen dürfen. Zudem hätte es darunter keine Absteiger gegeben. Nun kam es zur Rolle rückwärts. Denn der Antrag aus Salzburg wurde von der ÖFB-Chefetage nicht genehmigt.

SFV-Boss Herbert Hübel schiebt den Schwarzen Peter Vorarlberg zu: "Sie haben die Vereinbarung nicht eingehalten und sind sich nicht bewusst, was sie damit angerichtet haben", ärgerte er sich am Dienstag im Gespräch mit SALZBURG24. Nun müsse das westlichste Bundesland Österreichs "mit den Konsequenzen rechnen". 

Vorarlbergs Geschäftsführer Horst Elsner wehrt die Vorwürfe auf S24-Anfrage vehement ab. "Das wundert mich. Wir und Tirol wären mit dem Vorschlag einverstanden gewesen. Der ÖFB hat das nicht zugelassen. Die Begründung lautet, dass die derzeitige Form aufgrund der Corona-Annullierungen in zwei Jahren nicht einmal fertig gespielt werden konnte."

Einigung oder Rückkehr zur alten Regionalliga West

Nun herrscht eine völlig neue Ausgangslage: Der ÖFB fordert bis 30. Mai 2022 eine einvernehmliche Einigung der drei Bundesländer. Sollte diese nicht zustande kommen, kehrt automatisch die alte überregionale Westliga zurück. Von dieser wandte sich Vorarlberg zuletzt strikt ab. "Wir waren eigentlich froh, dass die Regionalliga West Geschichte ist", fügte Elsner hinzu, der an der regionalen Liga-Reform sowie der Eliteliga festhält.

 

"Die Zeiten sind vorbei, wo uns Vorarlberg diktiert, was wir zu tun haben", stellte Hübel klar. Konkret heißt das für den SFV-Boss, dass die geplante Reform "nicht gestorben ist".

Sonderregelung für Salzburgs ÖFB-Cup-Tickets

Somit geriet der am Montag gefällte Beschluss bezüglich ÖFB-Startplätze komplett in den Hintergrund. Da Anif Klasse bewies und ihr Ticket an den Abbruch-Leader Kuchl übergibt, kommt es hier zu einer Sonderregelung. Dabei sind mit Grödig, St. Johann und Seekirchen die drei bestplatzierten der letztgültigen Wertung von der Saison 2018/19. Austria Salzburg (letztes Jahr Zweiter) schaut dabei durch die Finger.

Entschärfung der Jugendregelung

Zudem konnte der Wunsch vieler Vereine die Jugendregelung zu entschärfen, umgesetzt werden. Ab heuer müssen in der Regionalliga vier U-23-Spieler (statt U-22) im Aufgebot stehen, einer davon in der Startelf. In der Salzburger Liga sind zwei U-23-Kicker (statt zwei U-21 und zwei U-23) verpflichtend. Für die beiden Landesligen fällt diese Regelung komplett weg.

Ligen-Struktur im Salzburger Fußball-Unterhaus

Auch die Klassenstärken der Saison 2021/2022 wurden festgelegt: Die 2. Klasse Süd und die 2. Klasse Süd/West werden gemeinsam zur neuen "2. Klasse Süd“, der Rest bleibt wie gehabt.

  • Regionalliga West (nur im Frühjahr): 6 Teams (2 Vorarlberg, 2 Tirol, 2 Salzburg)
  • Salzburger Liga: 14 Teams
  • 1. Landesliga: 15 Teams
  • 2. Landesliga Nord: 14 Teams
  • 2. Landesliga Süd: 14 Teams
  • 1. Klasse Nord: 15 Teams
  • 1. Klasse Süd: 16 Teams
  • 2. Klasse Nord A: 11 Teams
  • 2. Klasse Nord B: 10 Teams
  • 2. Klasse Süd (neu): 14 Teams

So sieht der Spielplan für 2021/22 aus

Der Rahmenterminplan der Saison 2021/2022 wurde bestätigt.

Stiegl-Landescup:

  • Auslosung am 08.06.2021, 18.00 Uhr (online)
  • Vorrunde am 10.07.2021
  • 1. Hauptrunde am 17.07.2021
  • weitere Termine: 24.07.2021, 11.08.2021, 22.09.2021, 27.04.2022, 11.05.2022, 25.05.2022 (Finale)

Meisterschaft:
Regionalliga Salzburg:

  • 1. Runde am 24.07. Letzte Herbstrunde am 06.11.2021

Ligen mit 15 od. 16 Teams:

  • 1. Runde am 31.07. Letzte Herbstrunde am 31.10.2021

Ligen mit 14 Teams:

  • 1. Runde am 07.08. Letzte Herbstrunde am 31.10.2021

Ligen mit weniger als 14 Teams:

  • 1. Runde am 14.08.

Meisterschaftsende für alle Klassen: am 11.06.2022. Notwendige Nachtrags- oder Entscheidungsspiele am 18.06.2022. Feinabstimmung der Termine werden bei den Klassensitzungen festgelegt.

(Quelle: SALZBURG24)

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